Band 
Achter Band.
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frech lästern und an ein hauptloscS Conzil appelliren dürfen.Ohne Verzug trete die Bestrafung derjenigen ein, die von Bes-serung nichts wissen wollen , damit nicht ihr Blut von UnserenHänden gefordert werde."

So ungefähr lauteten die letzten Worte, welche der großeBonifaciuS VIII die Welt vernehmen ließ. Schon war dieBannbulle wider Philipp IV ausgefertigt, beginnend mit demSatze: „Auf den erhabenen Stuhl Pctri durch göttliche Fügunggesetzt, vertrete» Wir die Stelle Desjenigen, zu welchem derewige Barer gesagt hat: Du bist mein Sohn, heute habe ich Dichgezeigct rc." Die Franzosen gaben vor, BonifaeiuS habe inderselben nicht blos ihren König excommunicirt, sondern zugleichAlle, welche dem König Philipp IV Treue geschworen, vondiesem Eide losgesprochen und ihnen bei Strafe dcö BanneS ver-boten, ihm zu dienen. So wenig dieses Glauben verdient, sogewiß ist eS doch, daß in jenem Aktenstücke, welches der Papstam Festtage der Geburt Mariens (8. September) veröffentlichenwollte, sehr starke Ausdrücke die Nothwendigkeit darlegten, dergegen Philipp IV beobachteten und wahrhaft weit getriebenenNachsicht und Schonung eine Ende zu machen und die kirchlichenStrafgesetze in Anwendung zu bringen. Ohne Zweifel wärendurch Promulgation jener Bulle entsetzliche Schlechtigkeiten auf-gedeckt worden, welche- in die Nacht der Vergessenheit zu begra-ben ein Nogaret und Plasian und dgl. alle Mittel aufboten,daher denn wenige Stunden vor der Bekanntmachung auf denhochbetagten Papst, der immer noch nicht sterben wollte, ein ver-«lichtender, die ganze Christenheit betäubender, unerhört frevel-hafter Streich geführt worden ist. — So viel sich aus den spär-lichen, unzusammenhängenden und seichten Angaben der verwirrteZustand Italiens erkennen läßt, benützten Philipps IV Send-linge die Parteileidenschaftcn, Alles aufzuregen, Guelfen undGhibellinen an einander zu hetzen, daS Kriegöfeuer von den Alpenbis nach Rom hin anzufachen. So sah es in Oberitalien aus,die guelfische d. i. französische Partei, zu welcher jetzt auch derwider Dauphin« fehdende Graf von Savoyen zählte, war daran,Alles zu überwältigen, alö Philipps IV zu jedem Bubenstückfähige Vertraute jenes Ungeheuere unternahmen, wodurch sie denletzten und stärksten Damm, der ihrem Treiben entgegenstand, zuzerstören hofften. Mit Geld wohl versehen, reiöten ganz in derStille der saubere Nogaret und sein würdiger Genosse Sciarra