Band 
Achter Band.
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absetzen zu lassen, der Papst aber, das Haupt hinneigend, geant,wartet: „Hier ist mein Kopf (Raco il eollo, ecao il «m;,»)! DaSversteht sich, daß ich von Patarenern nichts alS ein Verdammungs.urtheil zu erwarten habe." — Nogaret wehrte zwar weiter»Thätlichkeiten, setzte aber den wahrhaft apostolischen Greis instrengsten Gewahrsam, worin derselbe durch drei Tage jedes Lab-sal entbehren mußte, vielleicht weil man so sein Ableben herbei,führen wollte, vielleicht auch aus Rücksichtslosigkeit. Der gehoffteZuzug blieb aus, und dagegen äußerte sich bald die wahre Ge-sinnung der vom ersten betäubenden Schrecken sich erholendenEinwohner Anagnis: mit tiefem Aerger erfüllte alle die Kundeder Mißhandlung des heil. Vaters, welcher noch dazu anS ihrerStadt gebürtig, und der Aerger stieg biS zur grimmigen Erbit-terung, alS sie wie die Häuser der Cardinäle so auch die päpst.liche Residenz rein ausplündern, alles Bewegliche, Geld und Gel.deswerth (man redete von einem großen Schatz, zum Theil be-stehend aus den Beiträgen für die beabsichtigte Kreuzfahrt), wasSchränke und Keller und Speicher enthielten, und sogar dasHausgerärhe fortschleppen sahen. DaS dumpfe Murren brach amdritten Tage, als die eingcdrungenen Banditen keineswegs, wiesie gedroht hatten, Verstärkung erhielten, plötzlich in lauten Don.ncr loS. Zu den Waffen! zu den Waffen! scholl es durch alleGassen der Stadt; hoch lebe der Papst! Tod den Verräthern!Die ganze Bevölkerung erhob sich und Nogaret und SeiarraColonna eilten über Kopf und Hals, mit ihrer feigen JudaS.rotte das Feld zu räumen. Die eroberte Fahne der Lilien warddurch den Koth der Gassen geschleift. Der befreite Papst, wel-cher den wackern Bürgern von Anagni auf daS Rührendste dankte,machte sich, begleitet von Cardinal Mattco degli Orsini undandern Cardinälen und vielen Gewaffneten auf nach Rom, ohneZweifel entschlossen, dort geistliche und weltliche Freunde um sichzu sammeln und kräftige Maßregeln zur Zügelung der Frevlerwider sein apostolisches Amt und Ansehen vorzukehren. Er wardvon den Römern mit unbeschreiblicher Begeisterung empfangen;aber schon auf dem Wege erkrankt, mußte der vierundachtzigjährigeGreis zu Bette, und fühlte wenige Tage nach seiner Ankunft inRom die Nähe des Todes. Eine seiner letzten Handlungen war,daß er, wie schon andere Päpste gethan, feierlich und öffentlichdaS apostolische Glaubensbekenntniß betete zur Widerlegung des