Band 
Achter Band.
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VonvurfS der Ketzerei*), und vor den vielen Anwesenden, worun-ter 8 Cardinäle, bezeugte und betheuerte, er verzeihe nach demBeispiel des göttlichen Erlösers allen seinen Beleidigern vonganzem Herzen, und so schloß am 11. Oktober 1303 der edle,große, von Mit- und Nachwelt auf das Schändlichste mißhandelteKirchcnfürst seine irdische Laufbahn, gleichsam hingesunken mitdem Heldenschwcrt in der Hand als Kämpfer für die Freiheitder Kirche, für ungestörten, ungebundenen Verkehr ihres Obernmit den Untergeordneten, deS Hauptes mit den Gliedern. SeinLeichnam wurde im Vatikan bestattet, und als nach drei Jahr-hunderten, im Jahr 1605, die Eröffnung deS Grabes geschah,fand er sich vollkommen erhalten und fast ohne Spur einer Ver-wesung. Nur die Nase und die Lippen waren angegriffen, derLeichnam maß die ungewöhnliche Länge von 7 V« Palmen. Na-mentlich zeigte sich, daß sein Haupt ganz kahl gewesen. Vonboshaften Verleumdern war aber ausgesprengt und von nichtwenigen gebildeten und ungebildeten Leuten fester als daS Evan-gelium geglaubt worden, Bonifacius sei, sich die Haare zerrau-fend und Hände und Arme zerfleischend, den Tod der Rasereiund Verzweiflung gestorben"**).

') Das Conzil zu Vienne 1312 verbot jeden Angriff auf das GedächtnißdeS Seligen und erklärte feierlich, er habe nichts gethan, was auch ent-fernt den Verdacht der Ketzerei ihm hätte zuziehen können.

*') Damberger, A. a. O. Ueber diesen großen Papst — der wie keinzweiter von der Geschichtschreibung ganz unvertheidigt dem Lügcngeistepreisgegeben wurde, so daß kaum hie und da einige katholische Stimmenauftauchen, nur sehr behutsam Zweifel ausdrückend an der vollen Wahr-heit alles ihm Schuld gegebenen, immerhin aber von hochfahrendem,aller Milde baarem, herrischem Wesen ihn nicht freisprechend — dieneuern Forschungen des so überaus gewissenhaften obengenannten Ge-schichtschreibers zu benutzen, glaubte der Bearbeiter unter diesen Um-ständen und in diesem besondern Falle um so eher sich erlauben zudürfen, als auch der Verfasser dem hochherzigen, das allgemeine Rechtund die allgemeine Freiheit vertheidigenden Papste nicht volle Gerechtig-keit widerfahren läßt. Der heilige Erzbischof Antonin von Florenz,s 1489, der über die ihm nahe Zeit mit eben so viel Sachkennntniß alsbehutsamer Umsicht schrieb, hat dem Bonifacius in folgenden wenigen,aber bedeutenden Worten ein Ehrendenkmal gesetzt, indem er ihn soschildert: böobilis «eounäum seoulum, vir utigne xrnäens et Uteratu«,et maxi,! uiiimi, rolutor muxnils, et vonssrvator gurium Leelesice.Dagegen sagt Rainald, des BaroniuS Fortsetzer: 8uxer ixsum