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rhcilS Uebertreibungen sind. ES liegt aber in dem Wesen desAbgeschlossenen/ Geheimnißvollen/ womit die Templer sich umga-ben/ daß solche Uebertreibungen und Märchen Glauben fanden/daß die einst vom Volke hochverehrten Ordensritter demselbennun Furcht / ja einen geheimen Schrecken einflößten / wozu dieorientalischen Formen/ die der Orden begünstigte/ namentlich beider mit dem strengsten Geheimniß umgebenen Aufnahme neuerBruder- nicht wenig beitrugen. Diese Aufnahme geschah deSNachts in ihren Kirchen.- bei verschlossenen Thüren unter Aus-schließung nicht bloß aller Fremden/ sogar des Landesherr»/ son-dern auch der untergeordneter« OrdenSmitglieder/ und es scheint/daß die Einweihungsceremonien einigermaßen an die eleusinischenMysterien des Alterthums erinnerten/ und daß, wie bei diesender Uebergang von dem Zustande der Rohheit zu dem der Ge-sittung symbolisch ward, die Templer bei diesen Initiationen denFortschritt des Menschen von der Sünde zur Tugend verbildlich-ten/ und zwar in einer Weise und unter Forme«/ die vielleichtauf den ersten Anblick/ von der symbolischen Bedeutung abgesehen/und dann entstellt durch die unbestimmten Gerüchte/ die darüberin die Welt drangen/ etwas Heidnisches/ ja GottesschänderischcShatten. So sollen sie auch die Lehre von einer besondern Kircheaufgestellt und den irdischen Tempel als deren Symbol bezeichnethaben*). Wunderliche/ an ihren Kirchen ausgehaucne Skulp-turen gaben Anlaß/ ihnen gnostische Lehren zuzuschreiben, währendneuere Schriftsteller, die mehrere Stufen der Einweihung beiihnen entdeckten, hier den Ursprung der Freimaurerlogen findenwollten. Der gegen die Templer vorgebrachten Anschuldigungenwaren indessen so viele und um dieselben zu beweisen ward einso sehr aller Gerechtigkeit und Menschlichkeit Hohn sprechendesVerfahren eingeschlagen; der ganze Prozeß gegen sie wurde inso verwerflicher, frevelhafter Weise geführt, daß man sich kaumentschließen kann, selbst nur dasjenige zu glauben, was, wie eSscheint, nicht ohne Grund dem Orden vorgeworfen werden mag.
*) Ob der s. g. Templerorden, der im Jahr 1831 zu Paris öffentlich alsdie ursprüngliche Kirche Christi auftrat, berechtigt ist, seinen Ursprungauf die Templerherren zurückzuführen, ist doch sehr zweifelhaft. Diesesneuen Ordens Lehre ist allerdings die gewöhnliche neuplatonische Gnosisund führt die geheime Ueberlieferung desselben auf die Mysterien Egyp-tens und Griechenlands zurück; auch bezeichnet sich diese Geheimverbin-dung als die wahre Kirche. D. B.