Band 
Achter Band.
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bringen und sie hier gesondert zu halten/ um dann vielleicht durchein von Neuem beginnendes Verhör Geständnisse zu entlocken.Auf ähnliche Weise sollte zu Linkoln verfahren werde»/ und wennalSdann durch strenge Haft und Absonderung kein Geständniß ge-Wonnen werde/ so solle man die Folter anwenden / jedoch derge-stalt/ daß durch dieselbe weder Verstümmelung oder unheilbareSchwächung der Glieder/ noch heftiger Blutverlust erfolge*)."Wie in Frankreich/ wollte eben auch in England der Fiscus dieeingezogenen Güter nicht mehr fahren lassen/ und so mußte manum jeden Preis irgend etwas gegen den Orden auffinden/ bisman endlich von zwei Apostaten und einem flüchtigen Ritter diegewünschten Aussagen erhielt. Nun schworen mehre der Einge-kerkerten / von denen einige wegen Krankheit oder Alter den To-wer nicht verlassen konnten/ die Ketzerei ab und wurden absolvirt.Hinsichtlich des GroßpräzeptorS Guillaume de la More solltedie letzte Entscheidung dem Papste vorbehalten bleiben/ er starbaber im Kerker. Aehnlich war der Ausgang des Prozesses zuYork/ Dublin und Edinburg; die etwas Bekennenden wurden zulebenslänglicher Buße in Klöster gesteckt/ die nichts Bekennendenmußten in den Kerkern verschmachten.

Und doch war diese Behandlung der Templer noch glimpflichzu nennen gegen diejenige/ die sie in Frankreich erfahren mußten!Hier scheute man vor keinem Mittel/ vor keiner Heuchelei/ vorkeiner Gewaltthat und Mißhandlung zurück/ um die einmal be-schlossene ungeheure Ungerechtigkeit durchzuführen. Und dochhatte Philipp früher das Prozeßverfahren der Inquisition/ ins.besondere deren Anwendung der Folter getadelt/ da/ wie er sagte/die Erregung des Schmerzes ein verwerfliches Mittel sei/ dieWahrheit herauszulocken und der Angeschuldigte müsse gefangengehalten werden sä custoäism, non sä poansm. Nun abervergaß er dieses alles und sein Beichvater/ der Dominikaner Im-bcrt/ mußte'eben durch rücksichtsloseste Anwendung der peinlichenFrage die Geständnisse/ deren man bedurfte/ erpressen. Der Papst

drei nach Paris oder Chinon gesandten Cardinälen alle Laster rc. frei-willig gestanden. Statt dessen fuhr er fort, Jahr für Jahr, den KönigPhilipp zu bitten, er möge den Prozeß nach kanonischen Formen vor-nehmen, er möge wenigstens die Ordensobern von ihm selbst verhörenlassen, aber vergebens." Damberger, A. a. O. D. B.

") Havemann, Geschichte der Templer. D. B.