Band 
Achter Band.
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aber wollte die Bekennenden, auch die wenigen, welche nach derFolter bei ihren Geständnissen beharrten, absolviren nnd empfahlsie der Gnade deS KönigS; diesem aber war mit dem mildenkirchlichen Verfahren nicht gedient: er wollte die völlige Ver-nichtung des Ordens, gegen den daher nur geistliche und welt-liche Herren als Ankläger aufgestellt wurden. Molai berief sichauf die Privilegien des Ordens, 900 Ritter erboten sich zu dessenVertheidigung und seine Ankläger zogen sich beschämt zurück.Die ganze Erbärmlichkeit des Verfahrens kam an den Tag sowieauch die raffiniere Quälerei der Verhafteten, die für ihren Un-terhalt, ja einen Zoll für Ucbcrschreitung der Brücke, über welchesie in'S Verhör geführt wurden, den Knecht, der ihre Kettenauf- und zuschloß, bezahlen mußten! Einer der Ritter war drei-mal gefoltert und dabei in einem feuchten Kerkerloch sechs Wo-chen lang mit Brod und Wasser ernährt, ein anderer an denGcschlechtsthcilen aufgehängt worden, einem Dritten hatte mandie Füße in'S Feuer gehalten, bis alles Fleisch der Fersen bisauf die Knochen verzehrt war — von den geistigen Foltern derVerhöre mit ihren arglistigen Fallstricken gar nicht zu reden!

Inzwischen aber waren zu Ravenna die Ritter für unschuldigerklärt worden, ebenso zu Salamanca. In Deutschland erschienendie Templer in voller Rüstung vor den Erzbischöfcn von Mainzund Trier und gaben die feierliche Erklärung ab, wie alles aufLug und Trug beruhe, waS man ihnen vorwerfe, und in ganzDeutschland herrschte nur Eine Stimme über die Unschuld deSOrdens und die Verwerflichkeit der vom französischen Hof gegensie angestifteten Untersuchung. ClemensV erkannte endlich, wiesehr er betrogen worden, und wollte fliehen, fühlend seine Ohn-macht, so lange er sich auf französischem Gebiete befände; da hieltihm aber Philipp wieder daS Schreckbild eines neuen Prozessesgegen Bonifacius Vlkl vor. Nicht minder wie über die zumUntergänge bestimmten Templer, wurden nun auch auf daö An-denken jenes Papstes alle denkbaren Anschuldigungen gewälzt undknieend, mit gefalteten Händen bestand No garet unter Thränenund Seufzern darauf, indem er sich auf die Ehre der Kirche,die Liebe zum Vaterland, überhaupt auf alles Heilige und Ehr-würdige berief, daß deS großen Kirchcnobern Leiche auSgegrabenund verbrannt werde; dies zu verordnen sei der heilige Vater inseinem Gewissen verpflichtet! Welch ein entsetzliches, unerhörtesAergerniß für die ganze Christenheit eine solche öffentliche Ver-