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Den Zögernden ward ein Handschreiben, daS Philipp unterm2. März an den Papst richtete, vorgelegt, worin es hieß: EureHeiligkeit weiß, daß die Untersuchung eine solche Menge vonKetzereien und entsetzlichen Verbrechen der Templer aufgedeckthat, daß der Orden unfehlbar aufgehoben werden muß. Deshalbund weil uns heiliger Eifer für den wahrhaftigen Glauben treibt,stehen wir eindringlichst und in Demuth um die Vernichtung deSOrdens, dessen Besiythum einer andern Ritterschaft zugewendetwerden mag (Havemann). Nachdem hierauf Clemens V amMittwoch vor Ostern, 22. März, in einem geheimen Consistoriumdes Ordens Aufhebung für beschlossen erklärt und zwar „auSFürsorge und päpstlicher Machtvollkommenheit", abgesehen vonder noch nicht hinlänglich erwiesenen Schuldbarkeit, und diePersonen und Güter der Templer sich und der Kirche zu weitererVerfügung vorbehalten hatte, ward Montags 3. April eine feier-liche Synodalsitzung, die zweite, veranstaltet. König Philipp IV,gleichsam triumphirend ob deS erfochtenen Sieges seiner Tyran-nei, war mit glänzendem Hofstaat, mit den drei Söhnen, demBruder Karl von ValoiS und andern Großen zugegen... Cle.menS hielt über den Text: Nicht werden die Gottlosen im Ge-richte bestehen rc. Ps. 1, 5., mit schonungsloser Anwendung aufdie Templer eine Rede, und veröffentlichte die im geheimen Con-sistorium gefällte Sentenz, welche in der dritten und letzten Si-tzung, am 6. Mai, glaublich, nachdem es noch Mühe gekostet, denWiderspruch mancher Vater zu überwinde» oder zu beseitigen,mit dem Beisätze „upprobnnte Ooneilio" als apostolische Consti-tulion abgelesen worden ist*)." Von dieser Constitution scheintdie authentische Fassung verloren, so daß nur Varianten vorhan-den. Sie besagt in der glaubwürdigsten Fassung: In Betrachtder Untersuchungen, welche gegen den Templerordcn in der ge-sammtcn Christenheit Statt gefunden, und der gegen denselbenerhobenen Beschuldigungen, in Betracht der vom Großmeisterund vielen Brüder» abgelegten Bekenntnisse der ihnen vorge-worfenen Ketzereien, welche den Orden sehr verdächtig machten,des allgemeinen schlechten RufeS, des dringenden Verdachtes (!)und der lauten Anklage der Prälaten, Barone und GemeindenFrauciens, in Betracht des aus allem diesen gegen den Ordenentstandenen Unwillens, welcher bei Fortdauer des Ordens nicht
-) A. a. O.