Band 
Achter Band.
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der Launenhaftigkeit/ die er als Knabe zeigte, der Zänker (Hutin)genannt, auf dem Throne einen schwachen, aber wohlwollendenund fröhlichen Charakter zeigte. Fcudataire, Gemeinden, Pro.vinzen trachten wieder nach Unabhängigkeit; die Herren haben dieVorrechte deS Schwerts, die Freiheit des Dolches nicht vergessen,namentlich aber liegt ihnen das Privilegium (epicerz) am Herzen,das dem adeligen Richter einen Drittheil des strittigen Gegenstandeszusprach; ihren Haß gegen das System des verstorbenen Monar.chen übertragen sie nun auf dessen Günstlinge, die sie offen ver-folgen. Der Intendant deS königlichen Schatzes, EnguerranddeMarigny (Bruder des mehrgenanntcn Erzbischofs von Senö),der Zauberei angeschuldigt, erhängt sich, um nicht wie seine Fa-milie am Galgen zu enden. Dem Volke wird die traurige Genug,thuung zu Theil, Philipps Creaturen auf dem Hochgericht zuerblicken, aber es muß dafür andere Leute sich um den Thronschaaren sehen, geführt von Karl v. ValoiS, der viel eherHerr von Frankreich ist als in den verschiedenen Ländern, derenKönig er sich nennt. Um sich Geld zu verschaffen, läßtLudwigdie Juden in seine Staaten zurückkehren und gewährt allen Hö.rigen, die dafür bezahlen können, die Freiheit; diese der Hab.sucht zu verdankende große Wohlthat ward aber in ihrer Bedeu.tung so wenig begriffen, daß viele Hörige genöthigt werden muß.ten, davon Gebrauch zu machen.

Als Ludwig ohne Söhne zu hinterlassen starb (1316), tratgegen seine Tochter sein Bruder Philipp der Lange alsThronbewerber auf. Da nun zum Erstenmale der Fall einer col.lateralen Nachfolge im capetingischen Hause eintrat, wurden dieAnsprüche der beiden Erben einer Untersuchung unterzogen, unddie Juristen entschieden gegen die weibliche Erbfolge unter Be-rufung auf das deutsche Recht, welches den Weibern das Besitz,recht auf salischer Erde absprach. Die Entscheidung war einewidersinnige, da jenes Gesetz das Eigenthum betraf und mitder Politik nichts zu thu» hatte, zudem längst nicht mehr inGültigkeit war. Trotzdem war der Entscheid ein Glück für Frank,reich, denn dadurch blieb cS verschont von den dynastischen Krie.gen, welche den vier letzten Jahrhunderten zum Fluch gereich,ten und die Franzosen, Spanier und Deutsche nach Italien führ.ten, während die weibliche Erbfolge Spanien, d. h. die halbeWelt, einem flämischen Fürsten, als Enkel der Erbin von Bur.gnnd und Sohn der Erbin von Kastilicn, zusprach und die lan.