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Provinzen aus, plünderte die Juden, ließ die Soldaten ohneSold/ verordnete für Paris eine Steuer auf die Lebenömittel.Der Steuereinnehmer verlangte diese Abgaben von einer armenFra»/ die ein wenig Kresse verkaufte, da riß ihn daS wüthendeVolk in Stücke, die Empörer erbrachen das Arsenal, bewaffnetensich mit den daselbst vorgefundenen Keulen mit bleiernen Köpfen(daher die Aufständischen Nuillotin« hießen) und erschlugen dieSteucrbeamten (1381). Der Herzog war während dessen abwe-send; er kehrte zurück, bewältigte mit Mühe den Aufstand und ließdie Vorsteher der Innungen in die Seine werfen.
Da er als Thronfolger nach Neapel berufen ward, ging dieRegentschaft an den Herzog von Burgund, Philipp den Küh.nen, über, dessen Verlangen nicht nach Geld, sondern nach Machtstand. AlS präsumtiver Erbe in Flandern durch seine Gattin,führte er die Franzosen und ihren jungen König gegen die Fla-mänder, die sich abermals erhoben und einen Bund gebildet hattenunter dem Namen Weißmgntel (1382). Von Philipp von Ar-teveld, dem Sohne des BrauerkönigS, angeführt, erschlugen siejeden, dessen Hände nicht schwielig waren, zerstörten alle Gebäudeund erklärten, sie würden Niemanden verschonen, ausgenommenden König, wegen seiner Jugend. Aber die Härte und StrengeArtcveldS führte zu Ausständen und somit zur Uneinigkeit un-ter den Flamändern; sie wurden geschlagen und ihre Stöcke zer-splittert von den Lanzen der französischen Edelleute; Artcvcldselber fiel. Der junge König, stolzaufden AuSgang dieser Schlacht(bei Roöbecque) deren Erfolg ihm zuzuschreiben man so gefäl-lig war, unterdrückte blutig den inzwischen wieder ausgebrochenenAufstand der Maillotins, und behandelte Paris und die andernPlätze, die vereinzelt und ohne Soldaten einem kriegerischen Adelnicht zu widerstehen vermochten, wie feindliche Städte.
Der Herzog von Burgund, der durch das doppelte Ehebünd-niß seiner Söhne mit dem Hause Bayern in den Niederlandenfesten Fuß gefaßt und dadurch auch im deutschen Reiche Einflußgewonnen hatte, beschloß, die Engländer zu bestrafen für dielangen Kriege, die sie auf französischem Boden geführt, durcheine Landung, die den Krieg auf ihre Insel tragen sollte. Ueber1500 Schiffe wurden auf der Höhe von SluiS zusammengebrachtund überhaupt ganz außerordentliche Anstrengungen gemacht, umauf einer möglichst ansehnlichen Flotte nebst dem König und derBlüthe deS Adels 100,000 Mann und 20,000 Pferde nach England