Band 
Achter Band.
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überzusetzen. Dieses hatte alle Ursache, über diese Vorbereitungenzu zittern; allein der Herzog von Berrp, sei es, daß er wirklichVerrathen war oder daß es ihn verdroß, einen von ihm nichtausgehenden Plan ausführen zu sollen, verschleppte die Einschif-fung bis zur schlechten Jahreszeit, so daß die ganze Unterneh-mung mißlang, wie alles was die Oheime des Königs nicht zumBesten Frankreichs, sondern in ihrem eigenen Interesse unter-nahmen; die KriegS- und Mundvorräthe verdarben, die Schiffewurden zerstreut oder gingen verloren, ja die Schcldemündungward umgekehrt von den Engländern bedroht; man mußte frohsein, daß man (1386) einen Waffenstillstand auf 28 Jahre mitEngland abschließen konnte.

Endlich ergreift (1388) der König unter der freudigen Zu-stimmung der Stände selber die Zügel der Regierung; aber hatteer sich bisher leichtfertig und sorglos gezeigt, so ward er nunbald gar wahnsinnig. Bereits hatte er Beweise von Trübsinnund Geistesabwesenheit gegeben, alö er nach der Bretagne zog,um Peter von Craon, den Mörder deS Connetable Clisson,zu züchtigen; da wollte er im Walde von ManS eine auffallendeGestalt gesehen haben, die plötzlich vor ihm erschien und seinemPferde in den Zügel siel mit den Worten: Reite nicht weitervoran, denn du bist verrathe». Seitdem ward er von schreck-haften Gesichten geplagt, er siel plötzlich mit dem blanken Schwertedie ihn Umgebenden an und nahm überhaupt immer mehr dasWesen eines Wahnsinnigen an. ES verloren sich zwar dieseParoxismen wieder; alS er sich jedoch bei einem Feste nebst 5jungen Edelleuten, die sich an einander banden, als Satyrenverkleidete, das Fell deS Einen Feuer fing und die 5 jungenLeute elendiglich verbrannte», er aber nur durch die Geistesge-genwart seiner Schwägerin, Valentine von Mailand, gerettetwurde (1395), da zog ihm der Schreck einen Nückfall zu und ergenas nicht wieder während der dreißig Jahre, die er noch lebteoder vielmehr zwischen Wuthanfällen und stumpfem Hinbrütcnvcgetirte. Nur allein der Schwägerin, Valentine Visconti,gelang es, hie und da lichte Augenblicke bei ihm hervorzurufen.Zuweilen suchte er Ruhe zu finden vor der dämonischen Gewalt,der er verfallen war , bei den berühmtesten Hciligthümcrn, die erbesuchte, oder in der Verfolgung der GottcSschändcr und Jnden,oder er suchte auch bei Kabbalistcn, Quacksalbern, ZauberernHülfe, vorzugsweise aber suchte er in Ausschweifungen ein trun-