Band 
Achter Band.
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Söldnern des Armagnae. Von beiden Seiten wandte mansich an'S Ausland, von beiden Seiten übte man Verrath undjeglichen Greuel, wahrend der König in Tiefsinn versunken oderin Festen sich betäubend vom Herzoge von Burgund nach Gefallengelenkt wurde.

Der Dauphin wollte sich diesem Zwange entziehen; aber dieFleischer — diese Zunft war die eigentliche Seele der Volksauf.stände — stürmten seinen Palast und die (von Karl VI erbaute)Bastille (1412) und besetzten nach Gutdünken die Statthalter,schaften von Paris, Saint.Cloud und Charenton. Indeß gelanges doch (1413) dem Herzog von OrleanS, Paris ihrer Gewalt zuentreißen, Johann von Burgund mußte abziehen und da erFlandern nicht zu insurgiren vermochte und als ReichSfcind be-kriegt wurde, sich beugen. ES kam (1414 zu QueSnoi) einFriede zwischen den beiden Parteien zu Stande und es ward ver.boten, fortan die Namen BourguignonS (Burgunder) und Ar.magnacS als Parteibezeichnungen zu gebrauchen.

Schlacht bei Azineourt. 1115.

ES bedurfte auch der Einigkeit, da die Engländer wiederdrohten, deren neuer König, Heinrich V, die Uebergabe allerdurch den Vertrag von Bretigny abgetretenen Provinzen und denRestbetrag der Ranzion für König Johann forderte. Da dieseAnsprüche unbeachtet blieben, landete Heinrich mit 30,000 Mannin der Normandie, die Franzosen zogen ihm mit überlegenenStreitkräften entgegen, aber bei Azineourt gebiethen sie in sum.pfige Niederungen und wurden besiegt, trotz ihrer numerischenUeberlegenheit und ihrer eines bessern Looses würdigen Tapfer-keit. Viele Edelleute auS den vornehmsten Häusern wurden nie-hergemacht, nachdem ihnen Sicherheit des Lebens versprochenworden und 5000 wurden — eine förmliche Kolonie des französi-sehen AdelS — gefangen nach England abgeführt, darunter dieHerzoge von OrleanS und Bourbon.

Frankreich befand sich nun in einer überaus bedrängten undschwierigen Lage, ohne Führer, ohne Vertheidiger, ohne Geld;glücklicherweise war der Sieg auch die Engländer so theuerzu stehen gekommen, daß sie kaum einen weitern Vortheil davonzogen, als daß sie unbehindert sich wieder einschiffen und enormeLösegelder sich bezahlen lassen konnten. Aber der Herzog vonBurgund, der, gleich dem Grafen von Armagnae, an der Schlacht