Band 
Achter Band.
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die Theologen der Universität und durch die Jurisien deS Paria-ments zu unterwerfen. Der Kanzler (es war Regnault deChartreS, Erzbischof von Rheims) wählte die ausgezeichnetstenTheologen für die Untersuchung. Sie stand allen Rede. Als sieeiner Derselben, ein Mönch S eg uin, mit limousinischem Dialektefragte: „Welche Sprache reden Deine innern Stimmen?" ant.wortete sie ihm sogar heiter: „Eine bessere als Ihr!" Als ihrderselbe sagte, wenn sie nicht mächtigere Zeichen gäbe, könneihr der König unmöglich seine Ritter anvertrauen, antwortete sie:„Hieher nach PomerS hat mich der Herr nicht gesandt, um Zei-chen zu geben! Führt mich nach Orlcans mit so wenig RitternalS Euch beliebt, und ich will Euch Zeichen geben; denn ich werdeder Belagerung ein Ende machen!" Sie blieb bei ihren Aussagen,daß Orleans befreit, der König gekrönt und dann auch Herr vonParis werden würde. Alle Verhöre führten zu keinen verschie.denen Aussagen, und auf daS gelehrte Zeug, was ihr die Dok-toren vortrugen, antwortete sie: „Ich weiß nichts von ^ undnichts von 8, aber der HimmelSkönig schickt mich, der Belage-rung von OrleanS ein Ende zu machen, und den König krönenzu lassen." Auf die gelehrten Citate antwortete sie: „In demBuche des Herrn steht mehr als in den Eurigen allen!"... In-zwischen kam man noch immer nicht über den Zweifelspunkt inBetreff deS Teufels hinweg, bis Jemand daran erinnerte, daß derTeufel nicht die Macht habe, mit einer reinen Jungfrau einenPakt zu schließen; daß man sich also nur dieses Punktes in Be-ziehung auf Johannen zu versichern brauche, um der Sachegewiß zu sein. Die Königin von Sicilien (Mutter der Königinvon Frankreich) und andere Matronen wurden mit der Untersu-chung beauftragt, und legten Zeugniß für die UnbcflccktheitJohanncnS ab; auch war daS Mädchen den gewöhnlichen Zei.ten der Weiber noch nie unterworfen gewesen. — Das ganzeResultat aller dieser Prüfungen wurde hierauf in einem Berichteder Doktoren der Universität an die Räthe des KöntgS zusam-mengefaßt, und erklärt, daß an Johanna kein einziger böserZug zu entdecken; daß sie fromm und klug sei, und daß — rück-sichtlich der großen Gefahr der Stadt Orlcans, deren Einwohnernur noch von Gott Hülfe erwarten könnten — die Doktoren derMeinung seien, der König könne die Dienste, welche das Mädchenvon Domremy anbiete, getrost annehmen. Sobald dies Resultatgewonnen war, wurde Johanna mit einer Anführerstelle beklei-