Band 
Achter Band.
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teil. Sie selbst erzählte/ sie habe andere Berichte mit dem Zu.satze geschlossen: ,/Jch sage Dir/ im Namen des Herr«/ daß Du derwahre Erbe Frankreichs und Sohn des KönigS bist!" Nun hatteder König unmittelbar vor dieser Audienz, niedergedrückt von derLast des Unglückes und Kummers/ welche auf ihn gekommen war/in seiner Kapelle von Herzensgrund zu Gott gebetet/ er möge,wenn er der König, wahrer Erbe deö Landes, Abkömmling deSedlen HauseS ison Frankreich und zu dem Königreiche berechtigtsei, ihn schützen und bewahren; wenigstens ihm Gefängniß undTod durch seine Feinde ersparen, und ihm doch die Mittel zurFlucht nach Schottland gewähren. Natürlich sah nun Karl inJohanna'S Aeußerung eine unmittelbare Antwort auf sein Ge-bet... ES gab eine alte Weissagung, die unter dem Namen desZauberers Merlin kursirte, und der zufolge eine lothringischeJungfrau, e newore csnuto, Frankreich erretten sollte. Natürlichfiel fie Jedermann bei Johanna ein, und man fragte fie nachdem Namen deS Waldes in ihrer Hcimath; eS hieß derselbe aberChesnu. Alle solche Zufälligkeiten wurden durch ihr einnehmendesAeußere unterstützt; die Gnade, in welcher sie nun offenbar beidem Könige stand, hob fie in den Augen des ganzen HofeS. DerHerzog von Alen^on, der durch die Nachricht dieser Erscheinungunmittelbar nach seiner Lösung aus der Gefangenschaft an den Hofgezogen wurde, war bald ganz für sie eingenommen. Sie hattedie natürlichste Anlage zu Streitübunge» und zu Führung derWaffen, und durch alle diese Umstände bestimmt, wollte ihr derKönig nicht länger wehren, gegen die Engländer auszuziehen.Mit den enthusiastischsten Hoffnungen kehrten die Abgeordnetenaus Orleans dahin zurück. — Der Kanzler allein und die Räthedes Königs hemmten noch die Wirkungen der Begeisterung, dieam Hofe für daö Mädchen entstanden war. Es schien ihnen zulächerlich, daß der König von Frankreich in seinen Entschließun-gen von einer überspannten Bauerndirne geleitet werde. Gesetztman glaubte, so raisonnirten sie, an ihre Visionen, wer stand da-für, daß es nicht Eingebungen des Teufels waren, statt Ginge-bungen Gottes und seiner Heiligen. — Dieser Einwurf war zugewichtig, um ihn leicht beseitigen zu können. Der König ent-schloß sich, mit dem Hof und mit dem Mädchen nach PoitierS zugehen, wo eine berühmte Universität und damals auch dasParlament von PariS Residenz hatte. Der königliche Rathwurde beauftragt, in PoitierS das Mädchen einem Verhöre durch