Band 
Achter Band.
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da, als sie zuerst an den Hof kam. Ihre Haltung war so gewe-sen , daß die frechsten Höflinge, die sich zuweilen vorsetzten, ihrgalante Anträge zu machen, in ihrer Gegenwart verstummten.Niemand konnte ihrer Keuschheit einen Flecken anhängen. Ein-mal, als Johanna Reisige, die mit einer liederlichen Dirne ihrWesen trieben, sah, schlug sie mit flacher Klinge so eifrig auf sielos, daß ihr Schwert sprang. Sie hatte die Waffe lieb gehabt;auch der König bedauerte es; doch hatte sie an ihrer Standartegenug, denn mit dem Schwerte tödten hatte sie nie wollen; reinund unbefleckt ging sie durch daS Blutvergießen der Schlachtenund die Laster der Lager. Alö es zum Angriffe auf PariS kam,war Johanna wieder in den vordersten Reihen. Sie stürmtevor, kam an den zweiten tiefen, mit Wasser gefüllten Graben,ordnete ruhig unter Pfeil- und Kugelregen die Füllung mit Fa-schinen zu einem Uebergangspnnkt an, erhielt aber endlich einenPfcilschuß in den Schenkel und konnte nun nur, auf der Erdean einem bedeckten Ort liegend, den wettern Angriff leiten; in-zwischen rückte die Nacht heran, eS war keine Hoffnung mehr überden Graben zu kommen. Der Befehl zum allgemeinen Rückzügewar schon gegeben: Johanna wollte nicht, blieb allen Borstet-lungcn taub, biS endlich der Herzog von Alenyon selbst kam undsie holte. Nach diesem verfehlten Angriffe mußte das Unterneh-men auf PariS aufgegeben werden. Johanna hing ihren blan-kcn Harnisch und Helm am Grabe des heil. Dionysius auf nebsteinem Degen, den sie beim Sturm auf PariS einem Engländerabgenommen hatte. Der König zog sich von PariS zurück undJohanna konnte mit Mühe bewogen werden, noch beim Heerund Hofe zu bleiben. Ihr göttlicher Auftrag war, wie sie frühergeäußert, vorbei; sie hatte auS gewohnter Zuversicht und ohneBeirath ihrer inneren Stimme den Sturm auf Paris betrieben,und er war fehlgeschlagen. Sie hatte nun daS Bewußtsein ihresWaffenglückes, ihrer Gottbegeistcrung eingebüßt — und war aufdiese Weise nichts mehr als ein armes Bauernmädchen. Diesaber sah man bei Hose nicht ein, wollte die Wirkung ihres We-senö auf das Volk weiter benutzen und nöthigte sie zu bleiben,wo sie sich doch nur noch in neue Verlegenheiten verwickeln konnte,und bald Alle gegen sich haben mußte. Die Erfolge Johanna'Sbrachten inzwischen Spekulationen in Gang von Andern, die inähnlicher Weise auftreten wollten. ES scheint, daß sie nach undnach anfing, Allen unbequem zu werden, aber daß man es für

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