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verwerflich erklärt (1455), aber freilich war eS damit nicht wiedergut gemacht, daß die menschliche Gerechtigkeit Johanna fürunschuldig erklärte.
Bischof Cauchon zu: „Ihr seid mein Mörder!" Dünn rief sie, sie höreihre Stimme, sie seien doch wahr, und Nonen werde für ihren Tod zu leidenhaben. Ihr Gebet und die Betheuerungen ihrer Unschuld horte man nochdurch die Flammen, und der letzte vernehmliche Laut war Jesus! — Allesweinte. Selbst die Engländer waren zum Theil gerührt. Sie schlugen sichdurch die Behandlung Johannas eine tiefere Wunde, als Johannaihnen je freiwillig beigebracht, denn sie verbreiteten Abscheu vor englischemWesen in der Provinz, wo bisher die französischen Einwohner wirklich ammeisten von Herzen zu ihnen gehalten hatten. Johannas Tod, kannman sagen, kostete den Engländern die Rormandie, die sie — ohne dasEntstehen des Abscheu's und Grauens vor ihnen in den Gemüthern derEinwohner — behauptet haben würden. Sogar der Henker war zerknirschtworden, und suchte am Abend verzweiflungsvoll seinen Beichtvater, umzu erfahren, ob er Vergebung bei Gott finden könne. Wundergeschichtenaller Art wurden verbreitet. Cau chon, in größter Bestürzung über dieStimmung der öffentlichen Meinung, ließ sich vom Könige Heinrich be-sondere Briefe ausstellen, daß er ihn vor Papst und Conzil vertretenwolle." H. Leo, A. a. O. D. B.
Wenn man bedenkt, daß Frankreich der Jungfrau von Orleaus das größteGut einer Nation verdankt, muß man es wahrhaft entsetzlich finden, daßdie französischen Philosophen des achtzehnten Jahrhunderts, denen nichtsheilig, auch diese Nationalheldin mit ihrem giftigen Spott nicht verschontenund namentlich ihr Patriarch, Voltaire, in einem das Andenken.Johanna's verunglimpfende» schmutzigen Produkte ein dreifaches Ver-brechen gegen Religion, Vaterlandsliebe und Ehrbarkeit beging. Es warunsrem Jahrhundert vorbehalten, dem Mädchen von Domren») Gerechtig-keit zu verschaffen gegen die Vernachlässigung der Gelehrsamkeit und dengottlosen Spott des Hochmuths. Unter denen, die sich speziell mit diesemGegenstände beschäftigten, sind zu erwähnen: VIraussart, äeanneä'^re, reouell lüstori^ue et eomplet, 2 vol., Orleans 1806. —I-ebrun äo lüliarmsttes, liistoire äs äeanno ä'^rc, tiree äs sespropres äeolarativns, ile 141 äöpositions äe tvmvins oculairss, et äesManuskripts äe la llililiotlregne «in roi et äe In Vonr äo I-onäro,1837, 4 vol. (Nach einer frühern Ausgabe deutsch bearbeitet von F o uqu e.)4ollois, liistoire abrexee äo In vie et äes exploits äe äeanne ä'^ro,PariS 1821. — Lerrait 8t. priest, äeanne ä'Are, ou eoup äHIsnr los rövolutions äo Pranke eto., Paris 1837. — LIemoirs vf äeanneä'-lro rvitl» tlre lüstor^ ok Irer Illmes, London 1824, 2 Bände. —illielrauä et poßoulat, tzlotiee snr äeanne ck'Aro, PariS 1837. —Fr. Schlegel, Geschichte der Jungfrau von Orleans, Berlin 1802.—Guido Görres, die Jungfrau vonOrleanS, nach den Prozeßakten und