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König, ihr Vaterland*). Erst 25 Jahre später ward ihr Prozeßrevidirt auf Betreiben Karls VII und unter Gutheißung deSPapstes Caliptus III; das Geschehene wurde für nichtig und
*) Als der Holzstoß schon brannte, nm ihr mit fürchterlichem Tode für alleTreue und Hingebung zu lohnen, war sie nur aus die Ehre ihres Kö-nigs bedacht, denn sie rief mit lauter Stimme aus : Bei allem was ichgethan, zum Guten und Bösen, ist er ohne Schuld, Gerne opferte sieihm den Ruhm und die Frucht ihrer Siege, für sich hinnehmend denSchimpf und das Leid I — Merkwürdig ist, daß die Flammen nicht dasHerz angreifen wollten, obgleich der Henker auf'S Fleißigste inil Oel,Kohle und Schwefel nachhalf. Es ist dies bezeugt durch die eidlicheAussage des Henkers selbst, der bestürzt an ein Wunder glaubte. DerCardinal von England aber befahl, das Herz, die Asche, überhaupt alleUeberreste der Heldin in die Seine zu werfen, damit keine Spur von ihrübrig bliebe, woran die Verehrung des Volkes hasten könnte.
zu lassen, den niederträchtigen l'Oiseleur, den man nicht mehr brauchte,zu entfernen, und ihr zwei günstig gesinnte Mönche zu geistlichen Bei-ständen zu geben. 800 englische Kriegsleute geleiteten sie zum Feuer.Unterwegs betete sie andächtig und in milden Klagen — plötzlich drängtesich ein halb wahnsinniger Mensch durch ihr Gefolge und stieg auf denWagen, es war l'Oiseleur, ihr Judas, in Verzweiflung, in Vernich-tung — er bat sie um Vergebung und bekannte sich als nothwendigenSchelm. Die Engländer wollten ihn todtschlagen, doch wurde er gereuet.— Angekommen auf dem Platze der Hinrichtung rief sie: „O Rouen,"Rouen! da soll ich sterben!" Abermals waren Bühnen errichtet, aber-mals mußte sie eine Predigt hören, an deren Schlüsse sie feierlichdem weltlichen Gerichte übergeben wurde. Sie betete und empfahlsich Gott und der heiligen Jungfrau und allen Heiligen, und ins-besondere ihren himmlischen Rathgebern. Der Bischof von Beauvaisließ das Urtheil über sie als über eine Wiederabtrünnige verkündigen,und nun bat sie nur noch um ein Kreuz. Ein Engländer machteihr ein solches aus zwei Stöcken; sie küßte es, bat aber um dasKirchenkreuz, was sie erhielt und an sich drückte. Die Engländer wur-den ungeduldig. Sie trieben den Henker, der, ohne den eigentlichen Be-fehl zu erwarten, Johanna faßte und nach dem Scheiterhaufen führte.Englische Kriegsknechte schleppten sie in teuflischer Wuth hinauf. DerBischof von Nohon und andere Geistliche konnten den Gräuel nicht mitansehen und verließen ihre Plätze. Man drückte ihr eine Mütze auf mitder Inschrift: Ketzerin, Wiederabtrünnige, Abgefallene, Götzendieuerin.Schon brannte der Holzstoß, als noch Martin l'Advenu (einer dergeistlichen Beistände) bei ihr war und sich rasch reite» mußte. Sie riefihm zu, ihr aus der Ferne noch das Kruzinr hoch zu halten, daß siedazu beten könne. Auch rief sie noch — wie schon mehrmals — dem