Band 
Achter Band.
JPEG-Download
 

324

weniger als Einigkeit; die Holländer wollten nicht unter denFlamändern, diese nicht unter den Burgundern stehen. Der Burg.adel verachtete die Handeltreibenden, diese prunkten in denStädten mit Einrichtungen unter feudalen Formen, und wenn dieAebte der Zünfte zu Gent die Rolandsglocke*) anschlugen, danngriffen die Bürger zu den Waffen gegen die Ritter; im freienFelde geschlagen, zogen ste sich hinter die Mauern der Stadtzurück, wo ste unangreifbar waren und den Herren günstige Be-dingungen abtrotzen konnten.

Wir hatten bereits Anlaß von den Ausständen dieser Nieder,länder zu reden und von den Gefahren, welche Johann derUnerschrockene und Philipp der Gute Frankreich berei.teten. Der letztere nahm eine hervorragende Stellung ein unterden europäischen Fürsten, was schon aus dem Umstände hervor-geht, daß man ihn bloß den Herzog nannte; der von ihm gestif.tcte (1429) Orden deS goldenen Vließes war ein Gegenstand desEhrgeizes für die Erlauchtesten, sein Hof Schule und Vorbilddes Ritterthums; hier herrschte ein Prunk ohne Gleichen undden Herzog von Burgund kostete eines seiner Feste mehr alö denKönig von Frankreich seine Hofhaltung auf ein ganzes Jahr;ihm insbesondere legte der Papst den Kreuzzug wider die TürkenanS Herz.

Karl der Kühne.

Er war nun gealtert, aber ihm zur Seite stand sein SohnKarl, mit vollem Recht der Kühne genannt. Als Ludwig XI,dessen Vater prophezeit hatte, er werde, der in den Hühnerstalleingcdrungcne Wolf sein, vom Herzoge gemäß dem Wortlautedes Friedensvertrags von ArraS die Rückgabe der Städte an derSsmme verlangte unter Erbieten, 400,000 Goldthaler dafür zuzahlen, ließ sich Philipp dazu bereit finden, weshalb sein Sohnin heftiger Erbitterung den Hof verließ. Ludwig zog cS nun

8nspen«n unäeoies mills xonäo xravls vampan», cui Kalamins nomcnest, seriptumgue est in ainditu.

ak Neste küIanM: als iN Nleppe, ckan is't branät,

^.Is IN luxs, ckann is Sturm ent't Wlseiwerlanä.

(Ich heiße Roland, wann ich schlage, dann ist Brand; wann ich läute,dann ist Krieg im Flanderland). 8anäeri, klanäevensinm rerum lilir.sex. II, 116.