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Achter Band.
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vor, abzuwarten bis zu günstiger Gelegenheit, wo ihn sein Lieb-lingsmittel, die Treulosigkeit, zum Ziele führen könnte, undwandte sich inzwischen nach einer andern Seite, indem er Franz IIvon Bretagne untersagte, sich Herzog auö GotteS Gnade zu nen-nen und daS Münzrecht auszuüben.

Zweiter Bund des öffentlichen Wohles. 1405.

Franz gab den übrigen großen Vasallen zu bedenken, daßder König offenbar beabsichtige, sie Alle, einen nach dem Andern,ihrer wichtigsten Rechte zu berauben, und da sie Alle im Haßgegen Ludwig und in der Unzufriedenheit mit den obwaltendenZuständen übereinstimmten, ward es ihm leicht, einen neuen Bunddes öffentlichen Wohles zu Stande zu bringen, an dem die Her.zöge von Bretagne, Burgund, Alentzvn, Bourbon, Johann vonOrleans, der Graf von Dunoiö, die Häuser Foix und Ar-tn agnac Theil nahmen; an ihre Spitze aber stellte sich Karl,Herzog von Berry, Bruder des KönigS und präsumpkiver Thron-erbe. Indessen hatten sich die Zeiten dermaßen geändert, daß dieVerbündeten, statt mit dem Hochmuth und der Keckheit der frü-heren Aufstände und Verschwörungen, sowie alö Feinde deS ge-meinen Volkes aufzutreten, sich diesem vielmehr näherten, dieMiene annahmen, als wollten sie dem königlichen DeSpotiSmuSeine Schranke setzen und die Ordnung in der Regierung herstel-len , während sie doch im Grunde nur für ihre Unabhängigkeitsorgten, selbst auf die Gefahr hin, daS Reich zu zerstückeln.

Ihren überlegenen Kräften setzte Ludwig seine geschicktePolitik entgegen; mit Beharrlichkeit gewann er die Geliebten undVertrauten seiner Feinde, und verhinderte sie durch die Schlachtbei Montlhcry (16. Juli, 1465), PariS einzunehmen, dessen Ein-wohner, gekirrt durch seine Herablassung und seine Versprechun-gen, für ihn waren; gemäß den Rathschlägen des klugen FranzSforza trennte er sodann die Verbündeten von einander, indemer jedem Einzelnen alles waS er verlangte zugestand, natürlichohne je das Versprochene zu halten. Durch den Vertrag vonConflanS verpflichtete er sich gegen Burgund zur Wiederheraus-gäbe der Städte an der Somme; seinem Bruder wies er dieNormandie zu, die reichste Apanage, die je ein französischer Prinzbesessen, denn sie umfaßte ein Drittheil des ReichS; kaum aber wareö ihm gelungen, ihn hiedurch gänzlich von den Verbündeten zutrennen, als er ihn wieder entsetzte. Der betrogene Herzog flüchtetezu Karl dem Kühnen (1467), der soeben seinem Vater in der Rc-