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Schweizerkantonen und so ein belgisches Frankreich zu bilden,sich ausdehnend von den Quellen dcS Rheines bis zu seinerMündung, von den Alpen bis zur Nordsee, und wohl auch biszum Mittelmeer; dieser neue Staat hätte Frankreich von Deutsch-land geschieden und den Geschicken Europa's eine ganz andereWendung gegeben.
Thatsächlich hatte Frankreich damals zwei Fürsten, den Kö-nig zu PariS, den Herzog zu Dijon; ein solcher Zustand konntenicht dauern und einer von jenen beiden mußte nothwendig un-tergehen. Dieses Loos traf Karl, welcher größere Willens-als Geisteskraft, mehr Ungestüm alö Klugheit besaß, nach rechtsund links seine Macht und seinen Ehrgeiz zersplitterte, und mittenin seinen stolzen Projekten den Tod fand in einer Schlacht,welche er gegen die schweizerischen Hirten verlor s1477^).Während eben die Schlacht bei Nancy geschlagen wurde, hieltAngelus Cato, der später Erzbischofvon Vienne wurde, daS hl.Meßopfer vor dem Könige in St. Martin zu Tourö und sprachzu ihm: Sire, Gott gibt Euch Frieden und Ruhe! Oonsum-wntum est; Euer Feind ist tod; der König gelobte alSbald,wenn er wahr rede, das eiserne Gitter um die Ruhestätte deöHeiligen durch ein silbernes zu ersetzen. Und in der That konntefür Ludwig kaum ein glücklicheres Ereigniß eintreten. Nichtnur sah er sich von seinem größten Feinde befreit, er konnte auchnoch als sein Erbe auftreten. Da Karl ohne männliche Nach-kommen gestorben, nahm der König die burgundischen Grafschaf-ten als Heimgefallene Lehen in Beschlag; aber Maximilianvon Oesterreich, der sich mit Karls Tochter Maria vermählthatte, zog LaS Schwert zur Vertheidigung der Rechte seiner Ge-mahlin und eö kam (1482) ein Vergleich zu Stande, wonach dieburgundische Erbtochter Margarethe mit dem Dauphin ver-mahlt und diesem als Morgengabe die Grafschaften ArtoiS, ML-eon, Auxerre, Bar-sur-Seine, Noyon, Franche-Comte und falls
*) S. Kap. XV. Im Buche XV wird die Geschichte Flanderns behandelt.— „Wäre Burgund geblieben, so hätte sich ein System des Gleichgewichtsgebildet, und große Kriege würden unterblieben sein; aber Karl kanntesegne Lage nichi; sein Stolz und seine Gewaltthätigkeit beleidigte dieBenachbarten. Er fiel durch des Königs List, welcher versöhnt schien,als könnten Worte die versöhnen, die ihr Interesse trennt. Er fiel un-bedauert, weil die Wenigsten über den Augenblick hinaussehen, da sichihre blinde Leidenschaft befriedigt." Johann v. Müller. D. B-