Band 
Achter Band.
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v. Paula, deö Stifters der Minimcn, ließ er ihn aus Kala-brien herbeiholen, und als der Heilige, der seinem neuen Ordenzum Wahlspruch die Charitas, zur Grundlage Demuth undAbtödung gegeben, in der Königsburg anlangte, warf sich dertodtkranke Beherrscher Frankreichs zu seinen Füßen hin und flehteihn an um Gesundheit; aber der fromme Einsiedler erwiderte,nichts anders könne er für ihn thun als beten, auch er möge sichan den Allerbarmer wenden mit seinem Gebete und sich bekehren.Und wirklich erwachte auch sein Gewissen in diesen letzten Nöthen,jammernd bereute er alles Böse, das er begangen, und machtewieder gut, was gutgemacht werden konnte; endlich verschied erunter heißen Anrufungen der heil. Jungfrau, an welche er sohäufig um das Gelingen und die Straflosigkeit seiner Missethatensich gewendet, am 30. August 1483, den Ruf eines schlechtenMenschen und großen Königs zurücklassend.

Neuntes Kapitel.Staatsverfastung Frankreichs.

Der kleine Herzog von Francien, Schritt vor Schritt vor,wärtS schreitend, hat sein Gebiet ausgedehnt bis an dessen natür,liche Gränzen; er hat ihm Einheit gegeben und das Banner desFremden flattert nur noch über den Wällen Einer Küstenstadt.Nicht minder hat er auch in die Verwaltung Einheit gebracht,daS Finanzwesen geordnet, die unabhängigen Gerichtsbarkeitender Herren und Städte aufgehoben; er hat jedes Mittelglied ent.sernt zwischen sich und dem Volke, daS er zur Bewilligung derAbgaben in die Reichsversammlung beruft. Philipp derSchöne, der das Werk des heil. Ludwig gewaltsam fortsetzte,dehnte das System der königlichen Amtleute auf das ganze Reichaus, und diese entzogen den Feudalherren nach und nach allejuriödictionellen Gerechtsame; sodann entzog er ihnen daS wich-tige Münzrecht; machte das Parlament, welches bisher ambulantgewesen, stabil; demüthigte den heil. Stuhl und nahm die For-mel an: Kraft der Fülle der königlichen Gewalt; endlich be-