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deS verstorbenen Herrschers) ein, welche Ordnung die „BöhmischeGerechtigkeit" hieß. Die KönigSwürde, vom Kaiser persönlichdem WratiSlaw II (1086) und dem Vladislaw 11 (1140)mit dem Vormundschenkenamt verliehen, ward (1198) unter An-erkennung von Jnn occnz 111 zu einer erblichen erhoben fürPrzemySl Ottokarl, der, indem er bald Philipp, bald denGegcnkaiser Otto IV unterstützte, seine Macht ansehnlich ver.größcrte und unter die Kurfürsten deö Reichs aufgenommen wurde.Er führte die Primogeniturerbfolge statt deS ScnioratS ein undräumte dem Erzbischof von Mainz das Vorrecht ein, die böhmi.sehen Könige zu krönen. Unter seinem Sohne, Wenzel 1 demEinäugigen, hatte der große Einfall der Mongolen statt, dievon Leu Engpässen BöhmcnS zurückgetrieben, sich gegen Mährenkehrten, das sie verheerten. Wenzels Sohn, Ottokar 11(1253), vereinigte mit seinen Staaten Oesterreich, Mähren,Steycrmark, Kärnthen, Krain und Friaul. An der Spitze von60,000 Kreuzfahrern zog er gegen die heidnischen Preußen undübergab Samland dem Deutschen Orden, ebenso führte er Kriegmit König Bela IV von Ungarn und schlug ihn (1260) in dergroßen Schlacht bei Kressenbrunn. Nachdem er zweimal die ihmangebotene NeichSkrone auSgeschlagen*), vereinigten sich endlichdie ReichSfürsten, von Gregor X mit dem Banne bedroht,falls sie länger daS Reich ohne Oberhaupt ließen, in der Wahleines Edlen, der ihnen wegen seiner geringen HauSmacht nichtgefährlich schien.
Man hat aus Schmeichelei das Haus Habsburg in Verbin-dung setzen wollen mit Etciko, Herzog von Elsaß im Jahr
Es geschah, sagtKopp, daß wenige Monate nach dem Tode des er-wählten römischen Königs Richard (ch April 1372) Erzbischof Eng el-brecht von Köln, begleitet von mehreren Edlen, zn König Ottokarnach Prag kam und demselben als im Namen der Kurfürsten das Reichantrug, Zn einer Versammlung seiner Kronbeamteren und Landherren,die er über diese Angelegenheit berufen, erhob sich des Reiches obersterKämmerer und bat den König, den väterlichen Thron nicht zu vertau-schen an Völkerschaften, die ihm fremd und mannigfaltigsten Wechselfällenausgesetzt seien. Auf dieses lehnte Ottokar die Einladung dankend ab,auch spätern Anträgen lieh er kein willigeres Gehör. Damberger,der diese Stelle zitirt, nennt dieses böhmische Auffassung; einen Auftragvon den Mükurfürsten habe Erzbischof Engelb ert schwerlich gehabt unddas Ablehnen der Krone sei nicht ernstlich gemeint gewesen.
D. B.