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von Köln weitere Anfrage/ dem erwählten RcichSoberhaupteGehorsam leisten zu wollen/ feierlich erklärten: da ward Rudolfan die Stufen des Hochaltars geführt/ mit dem geweihten Oelegesalbt/ mit dem RcichSschmucke angethan/ und empfing auf daöHaupt auö der Hand LeS Erzbischofs Engelb recht von KölN/welchen der von Mainz und der von Trier unterstützte»/ dieReichSkrone Karls dcö Großen. Als der König den Eidgeleistet/ wurde auch die Königin gesalbt und gekrönt. Nunfolgte daS Evangelium Match. 2/ 1—12/ mit Bezug darauf dieOpferung der beiden Gekrönten und der geistlichen und weltlichenKurfürsten/ und nachdem daS Hochamt der Messe fortgesetzt undzu Ende gebracht war/ der feierliche Segen über den König undüber Geistlichkeit und Volk in dem Namen des dreifältigen GotlcS.So schloß die Krönungsfcicr; es war Dienstags nach St. Lueas."Als aber nach dem Mahle der König/ sein Reich antretend / dieHuldigung von den Fürsten annahm und ihnen die Lehen erthei-len wollte/ da war nicht gleich/ heißt es, das Scepter bei Handen.Die Versammlung stutzte. Der König jedoch, gar nicht verlegen,ließ sich ein Kruzifix vorn nahen Altare reichen, küßte es,erhob eö und rief auS: Dieses Zeichen, in welchem die ganzeWelt erlöset worden ist, kann wohl auch ein kaiserliches Sceptervertreten! — Die Fürsten traten heran, küßten schweigend undehrerbietig daö Kreuz und mit demselben wurden die Belehnungcnvollzogen. — Wäre eS auch, daß die Erzählung nicht vollenGrund hat, daß sie nur dem deutschen Volke aller Gauen vomübertreibenden Gerüchte als Neuigkeit zugetragen worden ist, dieWirkung mußte jedenfalls erfreulich sein, sowie von einer andernschönen Sage, die herzcrhcbend in'S Volk ausging und meldete,es sei während der Feierlichkeit über der KrönungSkirche einin Goldlicht strahlendes großes Kreuz in dcr Luft erschienen*).
') Dambergcr, A. a. O. — „Welch' eine glückliche Fügung! Der Kö-nig wurde veranlaßt, das allerheiligste Zeichen zu ergreifen, welches ihndaran erinnern mußte, er selbst sei nichts anderes, als der Lehenträgerdes Allerhöchsten, Und wie er in dessen Namen und mit dessen Zeichendie Belehnungen vollzog, so mußte er durch die Dauer seines Lebensso oft er es wieder erblickte, an seine Verpflichtung, die Fürsten mußtenan diesen großen Moment feierlich gemahnt werden. Es war derschönste im Leben Rudolfs." Lichnowski, A. a. O.
D. B.