Band 
Achter Band.
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wurde gleich andern vom Raubgesindel nackt ausgezogen. Sofand sie kaum noch kennbar vor Blut und Schmutz Heinrichv. Bartholsdorf/ und berichtete eS dem Sieger König Ru-dolf, der hineilte, mit Wehmulh den fürchterlich entstellten,vor einer Stunde noch so mächtigen und stolzen Gegner betrach-tete, und tiefsinnig zu den ihn begleitenden Rittern sprach: Sehetdie Nichtigkeit aller Größe und alles Glückes auf Erden! —Diesen Ausgang nahm es mit Herrn Przemysl Ottokar II,der zu Böhmen und Mähren noch alles Land bis an das adria-tische Meer fast, eine Zeit lang, sein genannt hat, der, obwohlerst 48 Jahre alt, sechsundzwanzig bereits geherrscht hatte undgroße glänzende Eigenschaften entwickelt, die leider von Stolzund Härte, und man darf sagen grausamer Härte gar sehr ver-dunkelt wurden. Für Deutschland und auch für Böhmen war eSgut, daß er dem Habsburger unterlag. Dieser ließ den Leichnamreinigen und zur Schau ausstellen, damit Viele, die Ottokarpersönlich gekannt, von dessen Tod Zeugniß gäben; er ward dannauf einem Wage» über Marchek nach Wien gebracht, dort beiden Minoriten ebenfalls zum Besehen ausgesetzt, einbalsamirt underst um Ostern des folgenden Jahres zur feierlichen Bestattungdurch böhmische Herren nach Prag abgeführt; zu Wien hatteman wegen des aufOttokar gelegten Bannes keine gottesdienst-liche Feier veranstaltet"*).

ihnen abstammende Familie Zrinyi besitze die Urkunde, in welcher esausdrücklich gesagt ist. daß sie Ottokar getödtet. — Pyrker entwirftin seinem Heldengedicht „Rudolf von Habs bürg" (11. Gesang)ein meisterhaft lebendiges und anschauliches Bild von der MarchfelderSchlacht. In den Noten dazu erzählt er den letzten Theil der Schlachtetwas abweichend von obiger-Darstellung : „Auf dem rechten Flügel er-hob sich das Geschrei: Die Feinde fliehen! und bald verbreitete es sichdurch alle Reihen Rudolfs. Ottokar wankte einen Augenblick, hießaber Milvta aus dem Nachhält vorgehen; und als dieser, langgenähr-ter Rache fröhnend, mit den Mähren und einigen böhmischen Herren,die er gewann, eben jetzt von dem Schlachtfeld abzog, stürzte er sich inden letzten mörderischen Kampf, und siel auch hier, als ein Opfer derRache, durch die Hand der beiden Ritter von Meerenberg, mit 13 Wun-den , ehe der Befehl des Kaisers, der sein Leben zu schonen gebot, er-füllt werden konnte." D> B.

*) Dambcrger, A. a. O. Daß wir bei dieser denkwürdigen Schlacht,in welcher Rudolf seinen Nachkommen des österreichischen Herrscherthronerkänlpfte, länger verweilten, werden unsere Leser entschuldigen. D. B.