hatte es zu bereuen, die Kurfürsten gelehrt zu haben, daß sie dasGeschöpf ihrer Wahl auch wieder zunichte machen konnten, undmußte wuthcntbrannt eS dulden, daß ihm der Erzbischof von
seinen Fehler und sprach mit Kummer: „Wehe! unsere Macht ist zuklein. Fliehen wir, sind wir alle verloren, streiten wir, so ist derAusgang höchst ungewiß." Dann zu seinem Sohne Nupert: „Weichezurück von mir, denn meine Feinde lassen, mich nicht am Leben." Dochder Sohn rief aus: „Vater, wohin Du gehst, folge ich Dir im Lebenund im Tode." „Nun denn, mein Sohn, es ist besser sterben, als mitSchande leben." Als Albrecht sah, daß der König nicht länger ruhigan stch halte, sondern daß derselbe, als die Bayern die Speere wegge-worfen hatten und mit den Schwertern fochten, trotz des AbmahnenS derSeinen neuerdings das Zeichen zum Angriff gab und voranssprengt, darief er laut: „Der Sieg ist unser!" und befahl mit Speeren und Schwer-ter» allein in die Rosse zu stoßen. Adolf stürzte niit dem seinigen, woraufauch die dritte Schaar desselben in den Streit eilte. Er, auf ein an-deres Pferd gesetzt, rannte neuerdings, obgleich betäubt und gequetscht,in das Kampfgewühl. Die Hitze, bei wolkenleerem Himmel, war über-mäßig und fast unerträglich. Otto v. Ochsen st ein (Adolfs Vetter,der die Sturmfahne trug) war nicht der einzige, der im Harnisch erstickte,zu Fuß stritten die Meisten, da die Pferde erstochen waren. Adolfstritt seinem Muthe, nicht wie der unscheinbar und unkenntlich gerüsteteAlbrecht der Klugheit folgend, im königlichen Schmucke und eilteüberall hin, wo Noth an Mann ging. So war er der ersten Schaarzu Hilft gesprengt, noch schwach vom Sturze, den Helm deshalb nichtauf dem Haupte, sondern an der Kette am Sattel hängend. Er geriethin den vermuthlich von Mainzern gelegten Hinterhalt, ward umzingeltund — fiel, entweder durch den Raugrafen, oder durch den jungen Gra-fen von Zweibrücken, oder durch Albrecht selbst. Einige sagen, Adolfhabe ihn erkannt und angerufen : „Du wirst mir nicht entfliehen, sondernhier das Reich lassen." Worauf Albrecht: „Das steht in Gottes Hand"— und habe ihm oberhalb der Augen einen Hieb gegeben, der ihn nie-derschlug, um so mehr, als ein Anderer zu gleicher Zeit seinem Streit-rosse die Vorderbeine abhieb. Ein Waffenträger soll dann durch eineHalswunde deni König den Todesstoß gegeben haben. Die Schlacht,von Göllheim oder Gellenheim genannt, dauerte noch eine Weile fort,oder vielmehr das Gefangennehmen. Geblieben waren wenige, abergegen 30,000 Rosse bedeckten das Schlachtfeld, so eifrig war AlbrechtsBefehl vollzogen worden. Den Leichnam deS gefallenen Königs brachteman in die nahe Frauen-Abtei Rosemhal, und als er am folgenden Tagebeerdigt wurde in derselben Klosterkirche, wohnten Albrecht, ErzbischofGerhard und viele Herren ihrer Farbe der Feierlichkeit bei, denTodten ehrend. Die Aeußerung Gerhards: „Das tapferste Herz istzu Grunde gegangen!" sollte seine Grabschrist sein, um so wahrer und