Band 
Achter Band.
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geben, und welch unerhörte Anmaßung es sei, den Thron, dener nun bald zehn Jahre lang inne habe, für erledigt zu erklärenund seine Regierungshandlungen für nichtig; daß der Papst ihneinen Beschützer der Ketzer schelte, weil er ReichSvasallrn inSchutz nehme, wie es ihm der geleistete Schwur gebiete, unddie, weil dem Reiche getreu, der Papst mit dem weltlichenSchwert bekämpfe und zu unterjochen trachte. Und wie dürftensie denn ohne Weiteres für Ketzer gehalten werden, da sie dochöffentlich und authentisch ihre Annahme der Artikel des Glaubensund aller Lehren der katholischen Kirche bezeugten! An der.fortdauernden Zerrüttung der Lombardei sei nur der Papst schuld;in Deutschland habe Gott der gerechten Sache jetzt augenschein-lich den Sieg verliehen, damit endlich Ruhe werde, weil derPapst auch hier lieber die Frist verlängerte, statt sich versöhnendinö Mittel zu legen." Bis hicher konnte das Manifest zweckge-mäß verfaßt heißen, wenn auch das Gesagte noch vieles zu wün-schen übrig läßt und namentlich nicht ersehen ließ, auf welchemWege man denn zu einer Ausgleichung zu kommen gedenke. DerSchluß hingegen ging ganz fehl. Da schütteten die geflüchtctenMinoriten ihre Galle aus und warfen dem Papst Johann XXHvor, daß er, nicht zufrieden die Rechte der weltlichen Fürsten an-zutasten und zu untergraben, sich auch noch an Jesus Christus,den König der Könige und Herrn aller Mächte, gewagt, und desEvangeliums klare Lehre von Seiner und seiner Apostel Armuthdurch giftige und ketzerische Sätze verkehrt habe, die den Aus-sprächen der frühern Päpste widerstritten, sowie das am Hofe zuAvignon übliche Leben voll Prunk und Ueppigkeit im Widerspruchsei mit der von Christus und den Aposteln gepredigten Verachtungder Welt. Dann betheuert Ludwig noch, daß nicht etwa Haßgegen die Person Johanns, sondern nur der Eifer, die heiligeReligion und Kirche als ihr oberster Schirmvogt und die Rechtedes Reichs und der Rcichsgetreuen zu vertheidigen, ihn zu die-sen Ausfällen getrieben habe, und beruft sich auf die Entscheidungeines allgemeinen ConzilS, dringendst verlangend, daß es sich baldan einem sichern Orte bcsammeln möge. (Vielleicht geschah dieseunter damaligen Umständen fast lächerliche Berufung jedoch erstspäter.) — Ein ungefähr auf die Art stylisirteö Manifest kamunter Ludwigs Namen zum Vorschein und wurde herumgebotenlänger und kürzer, daS dürfte als sicher anzunehmen sein; viel-leicht brachte man dem Papste eine Abschrift, in welcher manche