Band 
Achter Band.
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es wirkten diese gerade das Gegentheil von dem, was er wollte;Italien befand sich bei seinem Hingang in einem wirren, aufge«lösten, jammervollen Zustande wie nur je, und der Kirchenstaatwar bis auf Weniges an Widersacher verloren. Wäre er nichtso ganz Franzose und nur von Franzosen oder Creaturcn Ro-berts in der Politik berathen gewesen, so hätte ihm einleuchtenmüssen, daß es für einen Papst am rathsamsten sei, dort die Par-reien auseinander zu halten, dem König Robert blos daS untere,dem deutschen ReichSoberhauptc blos VaS obere Italien zu lassenund den Kirchenstaat in Mitte beider frei zu bewahren. Freilichist richtig, daß die Höfe von Neapel und von Paris die Deutschendurchweg von Italien auszuschließen begehrten, und ein Papstzu Avignon nicht handeln konnte, wie er wollte; Johann XXIItheilte in diesem Punkte aus Neigung ihre Politik, und setzteall sein Vertrauen auf den verständigen und gottseligen KönigRobert, der ja betheuerte, unterstützt vom heiligen Stuhl seies ihm leicht, die Ghibcllinen zu bändigen und dies nur die noth.wendige Einleitung, um die große Kreuzfahrt zu veranstalten.Trügliche Hoffnungen! Mehr Schul- und Klostermann als Re-gent, verstand sich Johann XXII wenig auf die Kunst wahr-haft großer Fürsten, Viele zu hören und nur jenen zu glauben,die den Muth haben, auch unangenehme Wahrheiten zur Sprachezu bringen. Weder über Italien noch über Deutschland bekamer treue Berichte und kehrte darum Maßregeln vor, die widrigeFolgen erzeugten oder unausführbar blieben. Zum voraus nichtgestimmt, einen deutschen Fürsten römischen König zu nennenund die Kaiserkrone in Rom holen zu lassen, was der Partei--wurh Italiens nur frische Nahrung bringen mußte, hat man ihnbald gegen die Person Ludwig des Bayers in besonders hohemGrade mißtrauisch gemacht, so daß er in demselben einen argenFriedri chII fürchten zu müssen meinte, während dochLudwig,dem Großvater Rudolf von Habsburg in religiöser Gesin-nung ähnlich, sein Möglichstes für die Kirche zu thun bereit war,um nur mit dem Papste gut Freund zu bleiben. Die von rascherLeidenschaftlichkeit aufgerissene Kluft zwischen Beiden wurde Jahrfür Jahr weiter durch Einwirkung jener Höfe von Paris undNeapel, und Johann XXII, welchen die Gefahren des Schisma,die sich häufenden Beispiele der Verachtung all seiner Censuren,die Vorwürfe, daß so viele bischöfliche Sitze verwaiset bleibenund leicht unzählige Seelen des ewigen Heiles verlustig gehen,