Band 
Achter Band.
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Frieden um jeden Preis erkaufte/ wurde von jenen Höfen aufden leeren Stuhl des Apostelfürstcn gesetzt.... UcbrigenS giltvon Johanns XXII Pontificat, was überhaupt von der ganzenUnglückSzeit, während welcher Päpste zu Avignon saßen, gesagtzu werden pflegt. Die Tage des Unglücks geben meist eindring-lichere Lehren als die deS Glückes. Es sollte Allen/ die Augenhaben um zn sehen/ recht klar werde»/ welche göttliche Weisheitdie Anordnung traf/ daß der Sitz des Kirchenoberhauptes/ desallgemeinen Bischofs nirgends sonst als in Rom steht/ unabhän-gig auf eigenem Gebiet/ welches jedoch keine solche Größe hat/um alS politische Macht Besorgniß oder Eifersucht zu wecken...Ferner war die längere Entfernung des päpstlichen Hofes einewohlverdiente Züchtigung für die übermüthigen Römer und trugallerdings viel dazu bei/ daß man endlich der Parteien dort undnach und nach im ganzen Lande Meister werden konnte. Mittenim Parteiengewühl stehend/ blieb die Lage der frühern Päpste umso schwankender / je kürzer häufig ihr Walten dauerte / und deroftmalige Regierungswechsel veranlaßte immer neue Umtriebe.DaS hat sich späterhin viel gebessert/ und die Wahlen konntengewöhnlich in Ruhe auf ganz gesetzliche Weise vorgenommenwerden"*).

ES hatte den Anschein/ alS sollten die von Seiten deS Kai-sers mit dem milden und schüchternen Ben edier XII (JaqueSFournier) angeknüpften Unterhandlungen endlich um so eherzu der so wünschenSwerthen Versöhnung mit der Curie führen/alS Ludwig sich sehr demüthigende Bedingungen um des kirch.lichen Friedens halber gefallen lassen wollte; er erbot sich imWesentlichen/ alles zu widerrufen und zu vernichte»/ was er gegenJohannXXII vorgenommen/ die von ihm und schon von KaiserHeinrich VII wider König Robert in Florenz gefällte Achtaufzuheben/ weder auf beide Sizilien/ noch auf Sardinien undKorsika irgend Anspruch zu machen, Rom ohne Geheiß deS Pap.fies nie zu betreten und wenn er der neuen Krönung wegen da-hin kommen sollte/ die Stadt noch an demselben Tage zu verlas-sen/ ohne Einwilligung des Papstes nie eine bewaffnete Machtnach Italien zu schicken, den Kirchenstaat zu schirmen, aber sichin dessen innere Verwaltung nicht einzumischen und den Schaden,den er dort durch seinen Zug verursacht, binnen 60 Tagen zu

D. B.

") Damberger.

Eantu, Weltgeschichte. VIII.

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