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Hunderttausende auf nach Paris und Avignon / und vor allemgegen gewisse Prälaten. Bei der feierlichen Eröffnung deS Reichs-tags hielt der Kaiser von. Throne herab eine (deutsche?) Redevoll Feuer, deren Inhalt die Gemüther tief ergriffen haben soll.In Ausdrücken eines bitter gekränkten und von Wehmuth er-füllten Herzens berührte er die verschiedenen, schon mir Jo.hann XXII und dann mit Bencdtct XU gepflogenen Unter-Handlungen, die Ungerechtigkeit klar anschaulich zu machen, daßnoch immer auf seiner Person der Bann und fast auf ganzDeutschland daS Interdict laste. Er und seine Vätcr seien, lautetedie feierliche Betheuerung, zu allen Zeiten eifrige Anhänger derkatholischen Religion und Kirche gewesen und doch behandle manihn wie einen verstockten Ketzer. Nie sei ihm eingefallen, demapostolischen Glaubensbekenntniß zuwiderlaufende Lehren und Mei-nungen zu hegen oder gar in Umlauf zu setzen; getauft und er-zogen nach Vorschrift des römisch-katholischen Glaubens, sei essein einziges Verlangen, auch in demselben zu sterben. Und nun,welche Härte! trotzdem schließe ihn der, welcher Christi Statt-halter auf Erden heißt, von dem Reiche Gottes aus; ja welcheHärte l ihn wolle man als Ursache der ewigen Verdammniß vonvielen Tausenden, von Millionen und Millionen Christenseelen bc-zeichnen; und noch das Allerhärteste l dem inständig um LoSspre-chung Bittenden werde sie verweigert, außer er thue, was dieeigene Ehre und das Wohl Deutschlands verbietet, er entsage derhöchsten Würde nach Begehren einer fremden eifersüchtigen Macht,die schon lange dahin arbeite, das Reich von den Deutschen zubringen. Er frage alle hier versammelten Stände deS ReichS,ob er auf Eine solche Forderung eingehen dürfe, ob Einer vonihnen um solch' schmählichen Preis die LoSsprechung vom Banneerkaufen würde. In der Art redete bewegt und bewegend dervielgeprüfte Kaiser, öfter durch feurigen Zuruf unterbrochen, derihm Recht gab und fast in wilde Verwünschungen seiner Feindeausschlug. Als dann Ludwig rundweg erklärte, er habe frucht-los gethan, was in seinen Kräften stand und zu thun erlaubtwar, die Getreuen deS Reichs müßten jetzt Rath schaffen, weilweder er noch sie wollen, könnten, daß ein so betrübter Zustandfortdauere, oder daß man die höchste Krone dem feindseligen undhabgierigen Nachbarn zu Füßen lege; die Stände müßten sichaussprechen, die Prälaten und die Kurfürsten vornämlich, welcheKraft hätten, Bann und Interdikt unter dergleichen Umständen für