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böhmische Sprache verschieden von der deutschen/ der Sprachedes Erzbischofs von Mainz/ zu dessen Kirchenprovinz bis dahinMähren und Böhmen gehört hatten. Nicht minder suchte Karlseine böhmische Hauptstadt zu einem Emporium deS HandclS zumachen / gleich wie es damals Hamburg und Lübeck waren. Erlegte Kanäle an/ berief Baukünstler aus Flandern/ Kunst undWissenschaft verbreiteten sich in Böhme«/ dessen Sprache nuneinen Grad der Ausbildung erreichte/ der ihr den Vorrang vorden übrigen slavischen Idiomen sicherte.
Die Böhmen widmeten Karl IV daher mit Recht eine großeDankbarkeit/ die Deutschen aber konnten ihm mit nicht geringe-rem Rechte vorwerfen / daß er seinen eigennützigen Absichten dasReich hintansetzte/ nicht ein Mchrer/ sondern ein Minderer des-selben war; er verkaufte und verpfändete viele ReichSgüter/ be-stätigte den Verkauf der Grafschaft Venaissin durch Johannav. Neapel an den Papst und die Abtretung des Viennesischen anden Sohn Philipps v. ValoiS/ unter der Bedingung/ daß dieältesten Söhne der Könige von Frankreich den Titel Dauphinannähmen; Brabant enthob er der Verpflichtung / an den deut-schen Gerichtshöfen Recht zu nehmen und Provence löste sichunter ihm gleichfalls gänzlich vom Reiche ab/ um bald eine fran-zösische Provinz zu werden; auch Burgund gab er auf/ er ließsich nämlich (1365) zu Avignon die arelatische Krone aufsetzen— waS seit 300 Jahren nicht geschehen war und nach Karlnicht wieder geschah — aber nur / um kurz vor seinem Tode beieinem Besuche/ den er dem König von Frankreich abstattete/ denDauphin Karl mit der Statthalterschaft von Arelat zu belehnen.Selbst im Besitze zweier Kurstimmen/ betrieb er die Wahl seinesSohneö Wenzel zum Nachfolger im Reiche und erkaufte auchdie Stimmen der übrigen Kurfürsten; um die 100/000 fl./ die erjedem dafür versprach / aufzutrciben / verpfändete er die kaiserli-chen Städte und verfügte über die noch vorhandenen ReichSgüter/welches Verfahren eine Hauptursache der Stiftung deS schwäbi-sehen StädtcbundeS (1376) war. Zwar hatte er (1354) einenRömerzug unternommen und sich zu Mailand die lombardische/zu Rom vom päpstlichen Verordneten/ Cardinal Bertrandi/ dieKaiserkrone aufsetzen lasse«/, aber er trat in Italien eher alsHandelsmann denn als Kaiser auf/ verzettelte und verschacherteRechte und Lehen wie in Deutschland und machte sich jenseits derAlpen so verächtlich/ daß er noch am Tage der Krönung aus Rom