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sondern lassen sich führen; während die Reichöfürstcn, ohne Sinnfür das Wohl deS Ganzen, vor allem es zu verhindern suchen,daß der Kaiser mächtig werde und gleichfalls nur auf Vergröße-rung ihrer Hausmacht bedacht sind. Anfänglich waren die Kai-ser bestrebt gewesen, die Herrschaften, die sich gebildet hatten, alsdie Aemter der Nissi üominiei und der Grafen erblich wurden,an sich zu ziehen; aber ihre Schwäche gestattete ihnen nicht, aussich selber die solchermaßen erlangte Autorität auszuüben, so daß,statt einiger weniger mächtiger unabhängiger Fürsten zahlreichekleine, nur dem Namen nach abhängige Landesherren sich aus-warfen, und damit ja keiner derselben zu sehr sich vergrößere,gewährten die Kaiser selbst dem kleinsten Dynasten Reichsun-mittclbarkcit und ließen zum Reichstage auch den unbedeutendstenBaron zu, der die Landeshoheit besaß. Gerade dieser Schattenkaiserlichen Ansehens gereichte zum Drucke des Volkes, denn umso eher war der ReichSfürst geneigt und im Stande, seine Unter-gebenen fühlen zu lassen, daß er trotz des Kaisers Herr im Lande.
Reichstag.
Die Reichstage waren nicht mehr, wie in der Feudalzeit, dieVersammlung der Vasallen unter dem Vorsitz des Lehcnsherrn,auch nicht die der Vertreter der Nation, oder der verschiedenenKlassen, aus welchen sie bestand, gleich den neuern Ständekam-mern ; sondern eher eine Zusammenkunft der mit ausgedehntenVollmachten versehenen Räthe der verschiedenen Landesherren,wo die den Deutschen natürliche Langsamkeit ganz ungehindertherrschte. Diese Vertreter der Fürsten auf den Reichstagen sindzumeist Gelehrte, die es lieben, einen langen Wortschwall auszu-kramen, der zu keinem Endzweck führt; man schreibt hin und her,statt sich mit einander zu besprechen, und ist man doch endlich soweit gediehen, daß ein Entschluß gefaßt werden kann, da langtder Protest eines Herrn an, der an den Verhandlungen nicht Theilgenommen. Es kommen in diesen Versammlungen zwar die Män-gel und Schwächen im Staate zur Sprache; daß es nothwendig,Personen und Eigenthum ausreichenden Schutz zu gewähren,einem gefährlichen Feinde gemeinsam gegenüber zu treten, wirdwohl allseitig anerkannt, aber dabei bleibt eS auch, Niemand thuteinen Schritt weiter.
Dem Könige kam unbestritten die feudale Oberherrlichkeitzu, vermöge deren er Fürstenthümer, Herrschaften und Regalien,