Band 
Achter Band.
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falle Gewalt gegen den Papst angewendet oder eö dürften derenmehrere, von einander unabhängige eingesetzt werden.

Diese Lehren gaben einen fruchtbaren Keim ab für spätereWirren in der Kirche, und nun stützte sich Ludwig darauf, umzu Rom Johann XXII absetzen zu lassen und Petrus vonCorvara alS Gcgenpapst aufzustellen unter dem Namen Nico-lauS V; aber dieser ward, alS Ludwig Italien verlassenmußte, von den Pisanern an Johann XXII ausgeliefert*).

Bei der großen Aufregung und Erbitterung, die auf allenSeiten herrschte, dürfte sich schwer ermitteln lassen, in wie weitdie gegen Johann geschleuderten Anschuldigungen der Simonieund Habsucht gegründet sind. So viel scheint übrigens gewiß,daß er überall das System der Provisionen einzuführen trachteteund zu den hohen Kirchcnwürden stets einen Prälaten von un-mittelbar tieferem Range zu ernennen suchte, um hiedurch eineder apostolischen Kammer gewinnbringende Stufenleiter von Va-caturen zu erhalten; ebenso bestimmte er die Taxen für die Dis-pensen und sonstige Ausfertigungen bei der Curie, und alö er starb,fand man in seinem Schatze achtzehn Millionen Goldgulden. DerKetzerei ward er beschuldigt nicht nur wegen seines Zerwürfnissesmit den Minderbrüdern, sondern auch weil er in einer Predigtgeäußert hatte, vor der Erscheinung Christi sei die Belohnungder Heiligen im Schooßc Abrahams gewesen, seitdem bis zum jüng-ften Gerichte befände sie sich unter dem Altare Gotteö, d. h. un-ter dem Schutze und Troste der Menschheit Christi, weshalb dieApostel, die Engel und die heilige Maria seufzen nach der Zeit,wo sie deS gebenedeiten Anblicks der Gottheit, so wie sie in sichist, theilhaftig werden; aber dieses Verlangen wird erst erfülltwerden nach dem allgemeinen Gerichte, wo sie auf den Altar,d. h. über die göttliche Menschheit gestellt werden**). Diese An-

*) »Zu Avignon angekommen, wirst sich der Gesungene dem apostolischenGreise im Büßergewand, einen Strick um den Hals geschlungen, zuFüßen (24. August 1330), bekennt laut und unter Thränen seine großeSchuld, empfängt den Friedensknß und ward von nun an bis zu seinemTode (ß September 1333) im päpstlichen Palaste behalten, beaufsichtigtzwar, aber sonst unbelästigt und mit einem jährlichen Gehalte von 3000Goldgulden bedacht." Damberger. D. B-

"') Der Streitpunkt drehte sich um die Frage: Ist die Anschauung vor undnach der Auferstehung des Fleisches vollkommen die gleiche, oder tritt eineGradation und somit ein Zuwachs der Beseligung ein am Tage desallgemeinen Gerichtes? D. B-