Band 
Achter Band.
JPEG-Download
 

490

kamen deren über hunderttausend/ und er konnte sie alle beden-ken/ vermöge der von seinen Vorgängern gemachten Ersparnisseund der zahlreichen Benefizien/ die sie erledigt gelassen hatten: siesind besser leer/ pflegte Vene diel XU zu sagen/ al6 schlecht bc.setzt. Villani sagt von Clemens VI: Er hielt einen Hof inköniglicher Weift/ hatte sielS eine mit edlen Gerichten besetzteTafel/ andere Tafeln in großer Anzahl für die Ritter und Knap-pen/ dabei in seinen Ställen zahlreiche Zelter. Er machte häufigRitte zu seinem Vergnügen und unterhielt auf seine Kosten eingroßes Gefolge von Rittern und Knappen. Er liebte cö überaus/aus seinen Verwandten vornehme Leute zu machen und kaufteihnen große Herrschaften in Frankreich. Die Kirche versah ermit mehreren Carbinälcn aus seiner Familie und machte über-haupt so junge und einen so ärgerlichen Lebenswandel führendeCardinäle/ daß ganz abscheuliche Dinge daraus entstanden; aufVerlangen des Königs von Frankreich creirle er noch einige an-dere/ unter welchen allzu junge Personen. In jenen Tagennahm man keine Rücksicht auf Wissenschaft oder Tugend/ mandachte nur an die Befriedigung des heißen Verlangens nach demrothen Hure. Er (Clemens Vt) war ein Mann von ziemlicherGelehrsamkeit/ sehr ritterlich/ wenig religiös. Vor den Frauenhatte er schon alö Erzbischof sich nicht gehütet/ ja in dieser Hin-sicht sogar das Betragen der jungen weltlichen Herren überboten;aber auch fürderhin wußte er sich weder zu beherrschen noch Auf-sehen zu vermeide«/ denn die vornehmen Damen hatten in seinenGemächern Zutritt wie die Prälaten / und unter Anderen standeine Gräfin von Turenne in so hoher Gunst bei ihm / daß er siemit Gnadenbezcugungcn reichlich bedachte. War er krank/ so be-dienten und regierten ihn die Dame«/ wie nahe Anverwandte dieWeltlichen. Den Schatz der Kirche theilte er mit freigebigerHand aus. — Seine Strenge gegen Kaiser Ludwig würde fürBeharrlichkeit gelten könne«/ wäre sie nicht anbefohlen gewesen/weshalb sie im Gegentheile nur Schwäche bekundete. Die trau-rigen Zustände in dem verlassenen Italien und die elenden Mittel/von denen man Hülfe erwartete / werden wir noch näher kennenlernen. Diesem Papste trat Johanna/ Königin von Neapel/alS Gräfin von Provence Avignon mit Gebiet käuflich ab.

Sein Nachfolger (1352) Jnnocen; VI (Stephan Au-bert) versuchte die Wiederaufrichtung der päpstlichen Macht inItalien/ ging in Beschränkung deS Luxus den Prälaten mit gu-