Band 
Achter Band.
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tcm Beispiele voran, trieb die Speichellecker und die leichtferti-gen Weiber aus, die in Avignon einen schamlosen Lebenswandelführten, versorgte seine Ncpoten und überließ (1362) die Tiaredem Wilhelm v. Grimoald von BeauvaiS, einem einsichts-vollen und frommen Papste, der als solcher den Namen Urban Vführte. Dieser beschäftigte sich ernstlich mit dem Vorhaben, denapostolischen Stuhl nach Rom zurückzuvcrlegen, um den Bischöfenallen Vorwand zu benehmen, ihre Kirchen verwaist zu lassen,während er kein anderes Mittel sah, den immer mehr gesteiger-ten Ansprüchen des Pariserhofs, sowie den Freibcuterbandcn zuentgehen, die von Zeit zu Zeit die Curie zu Avignon in Contti-bution setzten. AlS er wirklich nach Italien kam (1367), warder daselbst als ein Erretter festlich und unter herzlichen Jubel-ausbrüchen begrüßt. Er empfing den griechischen Kaiser, der nachItalien gekommen, um das Schisma abzuschwören, während beiseinem Einzüge in Rom der deutsche Kaiser Karl IV sein Roßam Zügel führte, eine Erscheinung, welche, indem sie an ver-gangene Zeiten erinnerte, um so fühlbarer machte, wie sehr siesich geändert hatte». Was aber auch seine Gründe gewesen seinmögen, sicher ist, daß er sich immer fester in die französischenBanden verwickelte, indem er gleichfalls viele Franzosen zu Cardi-nälen creircc, und trotz der dringenden Ermahnungen Pe t r arca'S,trotz der Drohungen der heiligen Brigitta*) nach Avignonzurückkehrte, wo er starb (1370).

') Birgitts, gewöhnlich Brigitta genannt, nm 1302 in Schweden ausköniglichem Geschlechte gebore», vermählte sich im sechzehnten Jahre ausGehorsam gegen ihre frommen Eltern mit dem Reichsrath und SprecherUlf Gudmarson (in den Legenden gewöhnlich Wnlpho genannt),dem sie vier Söhne und vier Töchter, unter denen die h ei lige Katha-rina von Schweden die jüngste war, gebar. In Gesellschaft allerihrer Kinder und ihres frommen Gemahls machte sie eine Wallfahrt nachSän Jago di Kompostella in Galizien. Nach der Rückkehr ins Vaterlandtrat der Gatte in den Cisterzienserorden, und starb 1344 in dem KlosterAlvastra. Brigitte entsagte von der Zeit an dem Range einer Für-stin, um sich ganz der Bnße zu weihen. Ihre Güter vertheilte sie unterihre Kinder, sie selbst aber legte ein Büßergewand an, unterwarf ihrenKörper den strengsten Peinigungen, bestickte die Spitäler und lebte ver-möge andauernder Visionen in stäter Gemeinschaft mit der Welt höhererGeister. Als ihr der König Magnns Erich son 1348 zu Wadstena(Wastein) in Ostgothland einen Hof schenkte, verwandelte sie denselben inein Kloster und stiftete daselbst den Brigittenorden; derselbe, 1370 von