Band 
Achter Band.
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Die päpstliche Gewalt war in Italien dem Wesen nach sehrzusammengeschrumpft. Die Römer wollten sich selbständig regte,ren; die päpstlichen Vikare hatten durch ihre Habsucht daS Volkdes Kirchenstaates dermaßen unzufrieden gemacht, daß auf An.stiften der Florentiner 80 päpstliche Städte sich empörten (1375);

Urban V bestätigt, hieß eigentlich Orden des Welterlösers (8. 8alva-tori«), weil, wie einige Schriftsteller behaupten, der Heiland ihr dieOrdensregel in einer Vision vorgeschrieben haben soll, wovon jedochweder in der Bulle ihrer Heiligsprechung, noch in der Bestätigung ihresOrdens durch Martin V irgend Erwähnung geschieht. Der Brigitten-orden war eigentlich ein Nonnenorden nach der Regel des heiligen Augu-stinus, mit dem aber eine Gesellschaft von Mönchen, als Gehülfen inden geistlichen Uebungen, in Verbindung gesetzt wurde, unter der Ober-aufsicht einer Aebtissin. Jedes Kloster sollte sechzig Nonnen und dreizehnPriester zählen nach der Zahl der Apostel, den Apostel Paulus dazugerechnet. Ferner gehörten zu der heiligen Kommunität vier Diakone,die vier Hauptlehrer der Kirche vorstellend, und acht Laienbruder,wodurch, außer den Aposteln, die Zahl der zweiundstebenzig JüngerChristi voll wurde. Die Wohnungen der Mönche und Nonnen warengänzlich von einander abgesondert, die Kirche war gemeinschaftlich, dochso, daß sie einander nicht sehen konnten. Die nordischen Brigitten-klöster sind durch die Kirchenspaltung im l6. Jahrhundert zerstört worden.Länger erhielt sich der Orden in Deutschland, Italien, Portugal undFlandern, jedoch mit manchen Abweichungen von der ursprünglichenRegel. Den spanischen Brigittinnen hat die eigentliche Stifterin dersel-ben, Marina Eskobar (ff 1633), eine besondere, sehr gemilderte Regelgegeben. Nachdem Bngikta zwei Jahre in ihrem Kloster zu Wadstenaverweilt hatte, unterzog sie sich (1349), begleitet von zweien ihrer Söhne,ihrer Tochter Katharina und ihrem Beichtvater, einer Wallfahrt nachRom. Sie setzte dort ihre Uebungen der strengsten Bußfertigkeit fort.Unter Anderem stiftete sie zu Rom ein Hospiz für Wallfahrer und studi-rende Schweden, das LeoX wieder herstellte (nahe dem Palast Farnese).Ihre stets wachsende Liebe zu Gott gab ihr den Gedanken ein, eine Pil-gerfahrt in das gelobte Land anzutreten. Bei diesem Anlaß besuchte siein Begleitung ihrer Kinder die berühmtesten Kirchen Italiens und Sizi-liens, und benetzte zu Jerusalem das Grab des Erlösers mit ihren Thrä-nen. Sie kam glücklich nach Rom zurück, starb aber bald nachher da-selbst am 23. Juli 1373. Als sie zu MontesfiaSeone im Jahr 1370von Urban V die Bestätigung ihres Ordens verlangte, verkündete sieihm, die heilige Jungfrau habe ihr offenbart, es würde, falls er Italienwieder verließe, ihm ein Unfall zustoßen und er schnell sterben. IhreWarnung ward nicht beachtet und ihr Wort erfüllte sich.

D. B.