Band 
Achter Band.
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schlingen beschäftigt, verschmähte er eS doch nicht, sich hcrbeizu-lassen, des Sonntags Kinder zu katechesiren. Er hatte verschie.dcne Auskunftsmittel zur Beilegung des Schisma vorgeschlagen,zuerst die freiwillige Abdankung BenedictSXIlI, sodann seineAnerkennung unter gewissen, der gallikanischen Kirche günstigenBedingungen, zuletzt erschien ihm aber die Gewalt als die einzigezum Ziele führende Maßregel. Nach ihm waren beide Päpstegleich berechtigt, daher er sie beide abgesetzt und einen dritte»gewählt wissen wollte. Er blieb bei der Behauptung, die Kirchekönne sich selber an Haupc und Gliedern verbessern bei getheilteroder strittiger Regierung, auch ohne sichtbares Oberhaupt bestehenvermöge ihres Zusammenhangs mit dem unsichtbaren; gleichwiejede freie Gesellschaft (gemäß der aristotelischen Meinung) einenunverbesserlichen Fürsten entsetzen dürfe, so könne dieses auch dieKirche; ebenso könne sie sich aus eigener Machtvollkommenheitversammeln, falls ihr Oberhaupt sich dessen aus Hartnäckigkeitweigere. Nach diesen Grundsätzen erklärte er daS Conzil füreine Versammlung der ganzen katholischen Kirche, jede hierar-chische Ordnung einbegriffen, ohne Ausschließung irgend einesGläubigen, der Gehör verlange. In dieser christlichen Republiksollten auch die einfachen Priester Stimmrecht beim Conzile be-sitzen. Den beiden protcstirenden und nicht erschienenen Päpstenward der Gehorsam gekündigt und an ihre Stelle Peter Phi-largi aus Candia, Cardinal-Erzbischof von Mailand, gewählt,der alS Alexander V das Conzil aufhob. Lediglich durchWissen und Sittcnreinheit emporgestiegen, war er auf Candiavon einem Mindcrbrudcr alö Bettler aufgenommen worden, under sagte von sich selber, er sei alS Bischof reich, als Cardinalarm, als Papst ein Bettler gewesen, und letzteres wurde er wirk-lich durch seine übermäßige Freigebigkeit; dabei aber ohne Cha-rakterfestigkeit, wurde er bald ein willenloses Werkzeug in derHand des schlauen Cardinals Balthasar Cossa, welcher, ob.gleich die Fürsten dem Pisaner Papst die Anerkennung vcrwciger-ten und Alexander alS Flüchtling zu Bologna starb, ihm alSJohann XXIII folgte (1410), von dessen Lcbenslaufe, Sittenund Gewaltthätigkeiten Theodorich v. Niem eine Entsetzenerregende Schilderung entwirft. Die Besetzung des Kirchenstaatsdurch Ladt 6 laus von Neapel verhinderte das ordentliche Zu-standckommcn des von ihm nach Rom (April 1412) berufene»Conzils, obgleich diese Berufung wohl nur zum Scheine geschehen;

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