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worauf er von Bologna au6 mit den Fürsten über den Ort deszu haltenden allgemeinen Conzilö unterhandelte. Endlich bestimmteKaiser SigiSmund hicfür, sicherlich gegen den Willen Jo-hannö, die kaiserliche Stadt Kostnitz oder Konstanz am AuS-siusse des Rheins aus dem Bodensce, wo schon einmal die Ita-liener zur Befestigung ihrer Freiheit sich versammelt hatten; unddas Conzil, das hier zusammentrat (1414), sollte nicht minderesAussehen, nicht geringere Hoffnung erwecken, als die National-Versammlung von Frankreich am Ende deS verflossenen Jahr-hunderts.
Auch abgesehen von dem Schisma, dem ein Ende gemachtwerden mußte, zeigte sich eine Kirchenverbesserung hinsichtlichvieler Punkte nothwendig. Anfänglich hatten sich die Völker umdie Bischöfe gesammelt, daher die unbeschränkte Gewalt der geist-lichen Autorität, ähnlich der eines VatcrS über die Kinder, dieer erzeugt und erzogen hat. Nachdem die Völker jedoch sich or-ganisirt, die Staaten sich gebildet hatten, eine sociale Macht ent-standen war, begannen sie sich loszumachen von dem Bandeder Kirche, um ein selbstständiges Leben zu führen; sie begriffen,daß das Zeitliche von dem Geistlichen getrennt werden könne.Nun traten an die Stelle der im Raume gränzenlosen Gesell-schaften besondere und unterschiedene, an die Stelle eines allge-meinen Fortgangs der christlichen Menschheit die vereinzelten Ent-Wicklungen.
Die Bestrebungen Bonifacius V111 für die Wiederhcr-stcllung der päpstlichen Suprematie riefen in ganz Europa jenesMißtrauen wach, welches weniger auf wirklich Geschehenem alöauf der bloßen Furcht davor sich gründet. Die Könige von Frank-reich glaubten sich vor etwaigen Hebelgriffen des Papstthums da-durch am erfolgreichsten zu schützen, daß sie den Papst in Abhän-gigkeit von sich erhielten; so kam cS aber, daß zur Zeit desSchisma die Kirche nicht die Kraft besaß, aus sich selber dieEinheit wieder herzustellen.
Sie mußte dazu die Hülfe deS weltlichen Armes in Anspruchnehmen und die Fürsten ließen die Päpste die Nothwendigkeit desSchutzes fühlen, den sie ihnen angedcihcn ließen. Um sich An-Hänger zu verschaffen, spendeten die Päpste mit vollen HändenPrivilegien aus, ignorirtcn Mißbränche und Gewaltthätigkeiten,und indem sie sich einander bannten und beschimpften, erschüttcr-ten sie auf'S Bedenklichste ihr Ansehen, worauf doch ihre Stärke