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oder endlich das Reich erblich machen. Er habe den erwähltenKaiser zu bestätigen, ihm habe dieser Treue zu schwören, erkönne ihn absetzen. Da alle Könige gehalten seien, dem Papstezu gehorchen, von welchem sie die weltliche Gewalt besitzen, sokönnten Völker, wie Einzelne, die sich von ihren Fürsten für be-drückt halten, an den Papst appelliren, dem e6 zustehe, jene wegenihrer öffentlichen Sünden zur Rechenschaft zu ziehen, sie sogarabzusetzen und irgend welchem Lande einen andern Fürsten zugeben.
In jeder Beziehung standen die neuen Orden auf einer hö-hern Stufe als die alten, deren von der ursprünglichen Discip-lin abgewichene Glieder nicht entfernt die Thätigkeit und Strengeder Mendikanten erreichten, gut gekleidet, wohnlich eingerichtet,im Besitze eigenen Vermögens waren, ja zum Theile von einerPräbende ihres Klostcrö in der Welt lebten. Beschämt daherdurch das Beispiel der Bctielmönche, mußten jene Orden aufihre Reform bedacht sein und sich den Studien ergeben; aberda sie vermeinten- dieses nur an den Hochschulen thun zu können,wurden ihre Mönche zum Besuche der Universitäten zugelassen,ja angehalten, waS dann zu einer neuen Ursache von Zerstreu-ungcn und Unordnungen, ärger noch denn die frühern, wurde.
Die Kanzel.
Die Predigtkanzel war der Glanzpunkt der neuen Orden,zwar nicht durch Wisscnschaftlichkeit und dogmatische Schärfe,sondern durch glühenden Eifer, welcher, verbunden mit einerglücklichen Anwendung volksthümlicher Anschauungö. und Rede-weise und einer einsichtigen Benusung der Vorkommnisse destäglichen Lebens wahrhaft Wunder wirkte. Wer sich der Aufgabeunterziehen mag, derlei auf uns gekommene Predigten zu lesen,wird allerdings nur trockene, mit Citaten überladene Abhandln»,gen über Scholastik und Moral finden, mit mitunter bunt eingc-fiochtenen Bruchstücken aus heiligen und profanen Schriftstellernund voller übertrieben mystischer oder geradezu lächerlicher Schil-dcrungen; die große Wirksamkeit dieser Predigten kann dahervorzugsweise nur der Mimik, der Stimme, überhaupt der rheto-rischen Kunst, dem Vortrage des Predigers, in einigen Fällenauch dem Rufe seiner Heiligkeit, die schon von vornherein beifeinen Zuhörern die Ueberzeugung weckte, zugeschrieben werden.
St. BernhardinuS von Siena stand im Rufe eines