Band 
Achter Band.
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und ergoß sich in Schmähungen über Klerus und Papst. Durchseine und seiner Anhänger Wühlereien brachen nun auch diefrüheren scholastischen Kämpfe zwischen den nominalistischen Deut-scheu und den realistischen Böhmen wieder auS; von bitterenWortkämpfen kam eS zu Reibungen ernster Art und Thätlichkeitenund endlich verließen 24,000, nach Anderen 40,000 Deutsche Prag;so entstand die Universität Leipzig; Ingolstadt und Krakau nah.wen ansehnlich zu. — Der Erzbischof Sbiuk von Prag unter,sagte dem HuS den Mißbrauch der Kanzel, er aber fuhr, ohneRücksicht darauf zu nehmen, fort, in der heftigsten Weise die Kircheanzugreifen, und als Johann XXIk einen vollkommenen Ablaßfür die Theilnahme am Kreuzzug gegen König LadiSlaw vonNeapel ausschrieb, wagte eS Huö in Gemeinschaft mit Hiero.nymuS, die Ablaßbulle unter dem Galgen zu verbrennen. InFolge dieses Unfugs ward Prag mit dem Interdikte, HuS mitdem Bann belegt; er mußte die böhmische Hauptstadt verlassen,aber er ließ keineswegs ab, gegen das bestehende Kirchenthumzu predigen und verbreitete zugleich seine Lehren durch Schriften.Seine Irrlehre war übrigens nicht eine große Häresie, fußendwie die des Arnold v. BreSeia auf einer Philosophie, welchedie Glaubenslehre in ihrer Gesammtheit umfaßte; vielmehr be.rührte sie nur gewisse Mysterien und einzelne Theile der Diszi-plin und Moral*); aber sie wuchs mächtig an, erstarkend durch

") Die Irrthümer des HuS, wie sie sich am entschiedensten ausgesprochenin seinem Hauptwerke, dem traetatus äs soviesia, finden, sind doch ern-sterer Natur; es waren besonders folgende: Die Kirche bestehe nur ausPrädestinirten, die zur Seligkeit bestimmt seien, und die niemals auf-hören können, Glieder der Kirche zu sein, gleichwie die Reprobirten nie-mals Glieder derselben werden können. Das Haupt der Kirche sei Chri-stus allein; es sei nicht zu erweisen, daß sie eines sichtbaren Hauptesbedürfe und von Christus ein solches eingesetzt sei; das Papstthum ver-danke seinen Ursprung nur kaiserlicher Gunst und Gewalt. Der kirchlicheGehorsam sei eine Erfindung der Priester und gegen die ausdrücklicheErklärung der heiligen Schrift; darum dürfe auch ein Priester, wenn ersich keiner Schuld bewußt sei, sollte es ihm auch der Papst verbieten,dennoch nicht aufhören zu predigen und sich durch keinen Bann schreckenlassen. Zeder weltliche und geistliche Obere, der sich in einer Todsündebefinde, habe keine Autorität und müsse sein Amt niederlegen. Zn derLehre vom Abendmahl scheint er nicht gefehlt zu haben. (Nach Alzvg'sUniversalgeschichte der christlichen Kirche.)

D. B.