Band 
Achter Band.
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hatte, denselben mit päpstlicher Bewilligung einzuführen), weiler zum vollständigen Genusse beim Abendmahle nothwendig sei.Daß nun daS Conzil diese Anficht und die eigenmächtige Aus-theilung des Kelches verwarf und untersagte, steigerte die Hart-näckigkeit und Erbitterung der Husiten, welche behaupteten, jenerEntscheid verletze die Rechte eines freien Volkes, und jetzt einensichtbaren VerctnigungSpunkt, ein Losungswort hatten für eineEmpörung, welche durch die furchtbarste, die blutigste Gewalt-samkeit und Grausamkeit sich auszeichnete.

Niklas v. Husinecz, der des Johann HuS Beschützergewesen, stellte sich an die Spitze der Neuerer, denen er auf demBerge Hardißtin den Kelch reichen ließ (1419) , worauf sie dieFahne des Aufruhrs aufpflanzten. Johann TroSnowa, zu-benannt ZiSka (der Einäugige), entschlossener alö Husinecz,ließ die Zelte, welche auf dem Berge waren aufgeschlagen wor-den, zu Häusern umgestalten und so entstand die Stadt Tabor(Zelt oder Lager), während die Aufständischen mit den NamenTaboriten, auch Calixtiner, Utraquistcn, Husiten bezeichnet wur-den. ZiSka führte sie gegen Prag; sie bemächtigten sich derStadt, wütheten gegen Mönche und Behörden und warfen —nach böhmischer Sitte — den Bürgermeister und 13 Rathöherrcnzum Fenster hinaus.

Diese Vorgänge kosteten dem entsetzten Wenzel das Lebenund sein Bruder, der Kaiser Sigismund, sollte sein Nachfol-ger sein, aber war zu erwarten, daß die Husiten sich gutwilligdem unterwerfen würden, den sie als den Mörder ihres Meistersbetrachteten? Sieleisteten daher einen fanatischen Widerstand*),plünderten Kirchen, Klöster und Güter der Katholiken, waS diesenatürlich nicht gutwillig sich gefallen ließen, und so sollen u. A.an Einem Tage 1600 Husiten in die Schachte der Bergwerkevon Luttcmberg gestürzt worden sein. SigiSmund, der inzwi-schen aus Ungarn herbeikam, entwickelte eine Strenge, welchedie Wuth der Husiten nur noch mehr entflammte; er ließ zu

') Nachdem sie ihre Unterwerfung gegen Bewilligung folgender 4 Artikelangeboten hatten: 1) das Wort Gottes solle frei gepredigt werden;2) Jedermann, der es verlange, solle der Kelch gereicht werden; 3) dieGeistlichen sollten sich alles Besitzes entäußern und wie die Apostel le-ben; 4) jede Todsünde solle sowohl bei den Laien als Geistlichen vonder weltlichen Behörde verboten und gestraft werden; dazu rechnete manTrunk, Diebstahl, Meßstipendien u. A. D. B.