Band 
Achter Band.
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hotte/ an Venedig zu verkaufen (1409)/ worauf SigiSmunddieser Republik den Krieg erklärte und Friaul bis auf Trevisoverheerte und eroberte; er erlangte sodann Belgrad vom Despotenvon Serbien/ der sich nicht im Stande sah/ diesen Platz gegendie Türken zu vertheidigen.

SigiSmund brachte nun die Magnaten dahin/ daß sie dieErbfolge des österreichischen HauseS anerkannte«/ daher er dieKrönung seiner Tochter Elisabeth und seines Eidams Al.brecht von Oesterreich durchsetzte. SigiSmund war schön vonGestalt/ beredt/ Freund der Wissenschaften. Da er bemerkt«/ wiedie edelgeborncn Ritter sich darüber aufhielte«/ daß er dem GeorgFiseelliN/ dem ersten Advokaten seiner Zeit/ den Ritterschlagertheilte / äußerte er gegen diese: Wisset/ daß ich tausend Ritterin einem Tage/ aber keinen einzigen Gelehrten in tausend Jahrenmachen kann. Freigebiger als eS die Spärlichkeit seiner Mittelgestattete/ befand er sich in steter Geldnoth/ dabei liebte er eS/Geschäfte vom einen Tage zum andern zu verschieben; die Folgewar/ daß die deutschen Reichstage/ die ohnehin durch ihre Nach.lässigkeit und Saumseligkeit sich auszeichneten / nichts oder fastnichts thäte«/ selbst unter den-dringendsten Umständen. So kameS/ daß unter ihm und den anderen Fürsten seines Hauses dasReich in Verfall gerirth / insbesondere im Vergleich mit denErbstaatcn.

Viel zu leiden hatte er auch durch seine ehebrecherische zweiteGemahlin/ Barbara v. Cilley/ welche als eine wahre Messa-lina geschildert wird. Man beschuldigte sie des Einverständnissesmit den Husiccn/ um ihren Schwiegersohn Albrecht auszuschlie.ßen von der Nachfolge; jene fürchteten ihn wegen seiner Strenge/die allerdings biö zur Unduldsamkeit ging/ denn er soll 1320 Ju.den/ die sich weigerten/ die Taufe zu empfangen/ dem Flammen-tode überantwortet haben.

Albrecht von Oesterreich. 1437.

ES wurde ihm auch nach Sigiömun dS Tode die böhmischeKrone streitig gemacht/ obgleich er bereits als König von Ungarnund auch als römischer König war anerkannt worden. Er strebtekräftig/ den Frieden herzustellen und eine starke und regelmäßigeRegierung zu schaffen, aber die Fürsten und Großen hatten zuviel Interesse dabei/ die Unordnung und Wirrniß zu erhalten;darum gelang eS ihm auch nur / sein Erbland Oesterreich zu be-