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Plebejer und die Edlen — Herren auf ihren Schlössern undBürger in der Stadt, neben einander leben. Letzteren war dieStadt gleichsam ihre, von den Handwerkern vertheidigte Beste,in welcher ste in KriegSzciken Schlitz und Kraft durch die Ein-heit Aller fanden; allinälig gewöhnten sie sich am Behagen desstädtischen Lebens und hatten in der Ruhe alle einflußreichenAemter inne oder machten in Waffen Bern zur kriegerischstenaller Schweizerstädte.
Zürich, Stappelplatz und Stelldichein zwischen Italien undDeutschland, dem Nicdcrland und einem Theile Frankreichs, warein freies Gemeinwesen unter der Verwaltung eines ConsulS imVerein mit geistlichen Richtern und nahm als Bürger auf, wergelobte, wenigstens zehn Jahre lang der Stadt mit Rath, Thatund Geld zu dienen, ein Haus zu kaufen oder zu bauen. Ertöntedie Glocke, so kam die ganze Bürgerschaft zusammen auf einerAnhöhe, um über Gegenstände des Skaatswohls, über Krieg, denPreis der Früchte, oder auch über die Anerkennung dcS neuenrömischen Königs zu berathen. Alle vier Monate schritt man zurErneuerung des Raths, bestehend aus 12 Rittern und 24 Bur.gern, und die Verwaltung wie Rechtspflege in sich vereinigend,die Exekutivgewalt ausübend. Die reichgewordenen Bürger wur-den Ritter, ohne jedoch darum einen andern Namen anzunehmenoder den Handel aufzugeben; aber um der Beschäftigung mit die-sem willen vcruachläßiqcen sie auch nicht Wissenschaften und Künste.Der Versuch, Genossenschaften oder Innungen einzuführen, dienicht zu den Zünften gehörten, war straffällig; zwei Bürger, diemit einander in Feindschaft geriethen, wurden beide verbannt;wer einen Mitbürger erschlug, verlor daS Bürgerrecht und seineGüter, der fremde Todtschläger das Leben. Beschädigung undBeschimpfung eines Bürgers ward nicht erst auf dessen Anrufen,sondern von Staats wegen bestraft. Der kaiserliche Stellvertre-tcr nahm nur dazu berufen an den Berathungen der BehördeTheil, dagegen war er alleiniger Blurrichter. Es wirft einigesLicht auf die herrschenden Sitten, daß es verboten war, zu denHochzeiten mehr als zwanzig Matronen, zwei Bläser, zwei Geiger.arnd zwei Sänger einzuladen.
Unter den kleinen Grafen waren die bedeutendsten im Süd-Westen die von Savoyen, im Innern und Norden die von Kiburg,Toggenburg, Habsburg. Dieses letztere Haus nahm sehr an Be-dcutung zu, als Graf Rudolf, der nachmalige Kaiser, mir den