Band 
Achter Band.
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gerlicher Besten gegenüber den AdelSburgcn. Die Zäringer be-wiesen sich am eifrigsten im Bekämpfen des Lehnswesens, undBerthold V aus diesem Hause war der Erbauer von Bern(1191), insofern er daS von armen Hörigen bewohnte Dörfchenam von düstern Tannen umschatteten Ufer der Aar ummauerte.Unmittelbar dem Reiche unterworfen, verlieh diese Stadt jedemEdlen das Bürgerrecht, der in ihr ein HauS baute oder kaufte.Viele Handwerker aus der Umgegend ließen sich in der Stadtnieder, in welcher der Bischof von Lausanne eine Kirche erbaute,und obgleich nur etwas Viehweide und Waldung besitzend setzteBern doch einen kräftigen Widerstand jedwedem entgegen, derseinen Freiheiten zu nahe trat. Sicbenundzwanzig Jahre nachGründung der Stadt starb der letzte Zäringer und eine UrkundeFriedrichs II anerkannte ihre Freiheit; ihre Bürger wurdenmit 14 Jahren großjährig, schwuren mit 15 Jahren Treue demReiche, der Stadt, deren Vorständen, und alle verpflichteten sichzu gegenseitiger Hülfeleistung. Im Falle der Ermordung einesBürgers konnte jeder Recht fordern, sei eö durch den Zweikampf,sei eS vor dem Gerichte. Man durfte sich selber Recht schaffen,wurde man im eigenen Hause überfallen oder fing ein Fremderin der Stadt mit einem Bürger Händel an. Bei allen Streitig-keiten, insbesondere mit Fremden, nahmen alle Theil, nicht umdeS guten Rechtes willen — darnach fragte man weniger — sondernvorweg um die Ehre und den Vortheil der Stadt zu vertreten.Ein Stadthauptmann und seine Räthe wurden jährlich gewählt;ein Pannerherr besorgte die Angelegenheiten des Krieges, derFinanzen, der Vormundschaft und Erbfolge, und nur der Kaiserkonnte seine Verfügungen und Erlasse umstoßen. Ein besonderesStatut verordnete, daß der Sohn, der mit seiner Frau im müt-terlichen Hause wohnte, der Mutter den besten Platz am Herdeeinzuräumen habe.

Manche Herren, die aus dem Oberland, Aargau und Uecht-land nach Bern gekommen und daselbst Bürger geworden waren,hatten zugleich ihre Erbsiye beibehalten; so bildete sich ein Bund,der sich von Solothurn bis an die Gipfel der Alpen ausdehnteund der, stark durch die Waffen, wie andere durch Handel undGewerbsfleiß, diese Stadt zu einer der bedeutendsten machte.Daher auch der eigenthümliche, bis in die neueste Zeit mehr oderweniger erhaltene Charakter ihrer Bevölkerung, in welcher, ohnesich zu verschmelzen, aber auch ohne sich abzustoßen, frcigewordcne