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Kernwald), ward durch Konrad vorn Baumgarten, dessenschönes Weib er verführen wollte, im Bade erschlagen. Kurz,eS begab sich manches, was den nie ganz eingeschlafenen Grolldes Landmanns gegen die Ritter, der freiheitsdurstigen Wald-leute gegen die Habsburgische Herrschaft aufweckte und stachelte.Beringer v. Landenderg büßte einen Mann, Arnold oderErni in dem Melchthal, um ein Paar schöne Rinder. DerMelchthal widersetzte sich und mußte vor dem Zorn des Vogtesflüchtig gehen. Werner Stau ffach er, ein wohlhabender Mannbei Steinen, wurde von Geßler verächtlich und bedrohlich an-gelassen, so daß die Gattin selbst ihn aufforderte, er solle mitguten Freunden sich berathen, wie dem gedrückten Lande zu hel.fcn wäre. Stauffacher fuhr über den See in das Land Urizu Walkh er Fürst von Actinghausen, bei welchem er den jungenFlüchtling Erni Melchthal traf. Sie beschlossen, daß jederseine Vertrauten und Verwandten erforschen solle, und bestimmten,um sich ruhig zu sehen, das Grütli, eine etwas hochgelegeneMatte am Waldftättersee unter Scelisberg, als Ort der Zusam-menkunfc. Es kamen besonders am 8.-9. November (1307) diebezeichneten Männer auf dem Grütli zusammen, erneuerten denFreündschaftsbund der Barer und gelobten sich gegenseitige Hülfe,um, wenn sich Gelegenheit darbieten würde, die übermüthigenVögte auS dem Lande zu schaffen.
Wilhelm Tell.
Es begab sich wohl am Vierwaldstättersee, wie bei ähnlichenGelegenheiten anderwärts geschah, daß etwas ganz Unvorherge-sehenes eintrat, welches den frühzeitigen Ausbruch des Volksun-willens veranlaßte. Wilhelm Tell, ein Urner aus dem OrteBürgten, des Walther Fürst Eidam, war auch mit auf demGrütli gewesen und dem Anschein nach einer der hitzigsten Jun-kerfeinde, überdies ein vortrefflicher Armbrustschüye. Da Geßlereben zu Altdorf weilte, wo er einen Twinghof sich bauen ließ,soll er in seinem Uebermuth und vielleicht aus gefaßtem Argwohnden Schützen auf eine unerhörte Weise gereizt und ihn dann aufsein Schiff geschleppt haben, damit der Gefährliche im Thurmezu Küßnach verwahret würde. Daß Tell wirklich seinem Söhn-chen einen Apfel vom Kopfe schoß, mag als Zuthat der aus-schmückenden (hinlänglich bekannten, daher hier nicht ausführlichbehandelten) Volkssage betrachtet werden. Kaum bezweifeln wird