Band 
Achter Band.
JPEG-Download
 

567

Schlüssel zu Lothringen/ der Schweiz und Italien, also geradezu den Ländern, die das Ziel seines Ehrgeizes waren. DieSchweizer erkannten die drohende Gefahr und verbündeten sich(1474) mit Frankreich gegen diesen mächtigen Gegner; zugleichnäherten sie sich dem Erzherzoge von Oesterreich wieder, dem siedas zur Auslösung seiner Gebiete nöthige Geld versprachen. Derburgundische Statthalter im Elsaß war Peter v. Hagenbach,Landvogt von Breisach, dem die öffentliche Meinung jede Art vonMissethat zutraute. Sein Gebot, am heiligen Osterfeste an einerBrücke zu bauen, brachte die Bürger zum Aufruhr; er ward inden Kerker geworfen, von den Bürgern gerichtet und auf die be-schwerenden Aussagen von über 8000 Personen zum Tode vernr-theilt. Acht Scharfrichter meldeten sich zur Vollziehung des Ur-theils und der von Kolmar, wo man noch den Kopf Hagen-bach's aufbewahrt, erhielt den Vorzug.

Burgunderkricg.

Das war ein neuer Stachel für den Zorn Herzog KarlS,welcher den Schweizern den Krieg erklärend, wider sie das furcht-bare Geschütz führte, das die Niederlande, Lüttich und Lothringenerzittern gemacht. Der Graf von Ferrette sagte: Wir werdendem Bären von Bern die Haut abziehen und uns daraus einenPelz machen. Hinter den Kriegsleuten kam ein ganzer Troß vonDienern, Handelsleuten, käuflichen Schönheiten, und die Bur-gunder entwickelten überhaupt einen so üppigen LuxuS, daß dieeinfachen Bergleute dem Herzoge vorstellten, eS sei mehr Goldan den Sporen seiner Ritter, als er in der ganzen Eidgenossen-schaft finden würde. Persönlich aber trug Karl die größte Ein-fachheic zur Schau; er erschien in fast armseligem grauem Ge-wände, gleich wie Napoleon unter seinen goldstrahlenden Mar-schällen. Im burgundischcn Solde standen Engländer, Flamänderund insbesondere Italiener; und Karl trug sich mit dem Plane,nach Niederwerfung der Schweizer mit Hannibal, damals seinemLieblingöhelden, zu wetteifern und seine Macht wie seinen Reich-thum in Italien zu zeigen. Hier hatte er allerdings den Herzogvon Savoycn zum Freunde, war ihm der Herzog von Mailandergeben und hatte er schon durch seine Soldtruppen auS diesemLande vielfache Anknüpfungspunkte.

Es entspinnt sich nun eine Reihe von Kämpfen mit wech-selndem Erfolge. In der Freigrafschaft, im Waadtland und Wal-