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nung; da sie nämlich nicht auf einer festen Verfassung beruhte,nicht geheiligt war Lurch die öffentliche Meinung und die Zeit,nicht durch regelmäßige Erbfolge sich fortpflanzte, erschloß dieseneue Autorität ein weites Feld dem Ehrgeize der Prätendenten,welche alle den nämlichen Anspruch, daö kühne Wagniß, dasselbeRecht, den glücklichen Erfolg, harren. Ein neuer Vergewaltigetstürzte den alten und dieser flüchtete in eine befreundete Stadt,zum Papste, zum Kaiser, spann Ränke im Dunkeln, verständigtesich mit Andern von seiner Partei, nahm Söldner an, stifteteinnere Zwistigkeiten an, die nicht durch gütliche Vorstellungen,sondern nur mit dem Schwerte in der Faust konnten beigelegtwerden.
Nach Innen suchten die Tyrannen, obgleich volköthümlichgewählt, auS Argwohn gegen die alten Freiheiten die das Landvertretenden Körperschaften zu unterdrücken, statt sie zur Ver-theidigung und zur Stütze zu gebrauchen. Abgesehen davon, daßdurch kein weiseö Statur eine Beschränkung ihrer Gewalt vorge-sehen war, besaßen sie zu viele Mittel, die Menge zu bestechen,zu betrügen, zu ängstigen; sie blieben bewaffnet inmitten einerfriedlichen Bevölkerung, tövteten oder verbannten unter dem Ver-wände einer Verschwörung Jedweden, der ihnen Widerstand zuleisten wagte. Die besten Bürger, weil sich außer Stande sehend,den Mißbräuchen und Gewaltthätigkeiten abzuhelfen, zogen sichvom öffentlichen Leben in eine gezwungene Ruhe zurück. Sogardie Kirche, welche einst um Befreiung von der Plage der Ty-rannen gebetet, hatte jetzt Gebete für deren Erhaltung, nachsich-tig für Verbrechen, gegen welche die alten Päpste rücksichtslosihre Stimme erhoben*).
ES ward sodann auch der Schein einer Volkswahl für über-flüssig erachtet, als die Tyrannen von den Kaisern, die gerneeine Autorität, welche sie nicht auszuüben vermochten, umGeld abtraten, den Titel ihrer Vikare durch Kauf erlangen konn-
Muratori (-Vntig. ital. IckV) fand in Missalen aus dem 10. Jahr-hundert Gebete gegen die Tyrannen, in welchen der Vater der Waisen,der Richter der Wittwen angerufen, angefleht wurde, hinzuschauen aufdie Thränen seiner Kirche und durch Wiederholung feiner einstigen Wun-der sie von den Bedrückern zu befreien. Umgekehrt betete man unterdem Herzoge von Mailand, Philipp Maria Visconti, in der heil.Messe für seine Geliebte Agnes du Maine und ihre Tochter BiancaMaria.