gleichfalls ihre Krone einem Fremden, I aynieS Bruder Fried-rich, welcher den Thron einnahm und ihn kräftig vertheidigte,selbst gegen sein ganzes Haus, das sich mit den Angevinen ver-söhnt, ja durch Heirathen verbunden hatte, sogar trotz des Ab-falls Lorias, der vom Papste des Bannes ledig gesprochenworden und der die sicilische Sache verlassen hatte, wie bereitsvor ihm Johann v. Proeida*) gethan.
*) In diesem Zustande ließen Sieilien diese beiden in der Oster-Empörung vonPalermo so berühmt gewordenen Ausländer, beide nun Feinde des Landesund mit Verrath besteckt. Der eine, wahrscheinlich in Calabrien geboren,aber von Kindheit an am Hofe Peters erzogen, war ein Mann vonaußerordentlichem Muthe, von einer tiefen Kenntniß des Kriegswesens,der erste Seeheld seiner Zeit, ein großer Heerführer, aber blutdürstigund wild, habsüchtig, hochmüthig, unersättlich gierig nach Belohnungen.Er stellte den Ruf der stcilischen Flotte wieder her, lehrte die Sicilier,wie man Schlachte» gewinnt, und war für den neuen Staat eine derkräftigsten Stützen. Aber er lehne sich wider denselben, als er Neben-buhler im Besitze der Gewalt sah. Es läßt sich nicht sagen, ob er mehrneidisch als beneidet war; was aber hauptsächlich seinen Namen besteckt,war, daß er Friedrich im Stich ließ, als das Glück demselben un-günstig zu werden schien. Die Herrschaft über die Meere nahm er mitsich fort, ohne übrigens, fern von Hause, seinen alten Ruhm zu behaup-tn; denn wenn er auch zuweilen seine ehemaligen sicilischen Waffenge-noffen besiegte, so ward er doch auch einige Male von ihnen besiegt;und kaum hatte sodann der Friede von Caltabellota die blutbcdeckt«Arena geschloffen, in welcher er die Hauptrolle gespielt, da er bald mitder einen, bald mit der andern der kriegführenden Parteien gekämpfthatte, als er, gleichsam als wenn nun dieser zerstörende Geist seine Aus-gabe erfüllt hätte aus der Welt, in Spanien an einer Krankheit starb.Johann v. Procida stand weit unter ihm und doch hat das launen-hafte Glück seinem Namen einen viel höhern Klang verschafft. Aus ei-nem sehr geschickten Minister des Königs von Aragonien haben ihn dieverderbten historischen Ueberlieferungen zu einem Volksbefreicr gemacht,haben ihn einem Timolevn und Brutus znr Seite gestellt, habe»ihm allein zugeschrieben, was die Wirkung der Leidenschaften und desdringenden Bedürfnisses des ganzen sicilischen Volkes gewesen; den Ver-diensten, die er wirklich besaß, Scharfsinn, Kühnheit, Thätigkeit, Erfah-rung in der Behandlung der Geschäfte, fügte man die Tugenden eine«guten Bürgers hinzu, die er nicht besaß, denen er sogar entgegenhandelte,indem er sich anfänglich mit den Feinden verständigte, sodann schamlo«wider den sicilischen Aufstand wirkte, als derselbe unter Friedrich neuerstarkte. Er starb vergessen zu Rom im Beginn des Jahres >299, nochehe er zum Lohne seiner Schmach und aus Gnade der Feinde seine Gü-