Band 
Achter Band.
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eine Demokratie/ um so mehr als er seinen Freunden alle Frei.heit gestattete; namentlich aber streute er einen fruchtbaren Keiminnerer Zwistigkeiten dadurch aus/ daß er die gegen die Pracht,liebe der Weiber gerichteten Gesetze aufhob. Sein Tod befreitedie Florentiner/ welche nun ihre Staatsverfaffung umgestaltetenund nur zwei Räthe einsetzten/ einen aus 300 Bürgern bestehendunter dem Vorsitze des Capitauo del Popolo / einen zweiten mit250 Bürgern und Edlen unter der Leitung des Podesta; beideRäthe sollten sich alle 4 Monate durch Wahl erneuern.

Johann von Lurembnrg.

Der Tod hatte die Ghibellinen aller ihrer Häupter beraubt,und von den Castrucciv/ Johann Galeazzo, Can dellaSeal«/ Passerino Bonacossi n. A. lebte keiner mehr, densie dem Cardinal del Poggetto hätten gegenüberstellen können.Da nun gerade der böhmische König Johann von Luxem-bürg sich in Tirol befand (1330), boten ihm die Bresciancr dieHoheit (Signoria) über ihre Stadt an, unter der Bedingung,daß er sie gegen ihre ghibellinischen Ausgewiesenen und denMastin della Scala, der dieselben zurückführen wollte,schütze. „Arm an Gold und begierlich nach Ehre und Herrschaft"kam er, machte dem Parteitreibcn in Brescia ein Ende und be-wog den Mastino abzustehen von der Befehdung der Stadt;und der Ruf seiner abenteuerlichen Thaten, sein edles Wesen,seine Beredtsamkeit und Großmuch bezauberten die Italiener umso mehr, da er keine Rechte und Ansprüche geltend machte, son-dern alles der freien Wahl verdanken wollte. Bergamo trug ihmseine Signoria an, und Crema, Cremona, Pavia, Vercelli, No-vara, Parma, Reggio, Modena, Lucca folgten diesem Beispiel,endlich sogar Mailand, wo er den Azzo — der ohne Eifersuchtdas Ende einer Herrschaft erwartete, die er sofoi t als vergänglicherkannte — zu seinem Vikar einsetzte.

Johann aber, der es mit keiner Seite verderben wollte undgerne als Anhänger des Papstes und Freund des Kaisers sichzugleich geltend gemacht hätte, trat in Unterhandlungen mit demLegaten (1331); das genügte, um die Italiener mißtrauisch zumachen, weil sie fürchteten, er möchte sich mit dem Papste per-ständigen, um sie unter dessen Dicnstbarkeit zurückzuführen. Zuerstbrachen die Florentiner mit ihm, indem sie sich dem Könige vonNeapel wieder näherten, und da ihn auch ohnehin die Angelegen-