Band 
Achter Band.
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gestellt wurde. In der Mitte der Kirche ließ er ein prächtigesGerüste errichten/ und lud die Leute aus dem Adel wie aus demVolke ein/ eine Rede von ihm zu hören. Eine Menge Volkesströmte herbei / selbst die Häupter der Colonna kamen/ außerdemviele von den Richtern und Beamten. Cola erschien in einerphantastischen Kleidung/ in einem langen deutschen Oberkleidevon weißem Tuch, auf dem Kopfe trug er ein Darret von dersel-ben Farbe, dessen Kreis mit goldgestickten Kronen verziert war,die mittlere derselben war zwiefach gespalten durch ein kleinessilbernes Schwert, welches oben aus dem Deckel hervorkam. Sobestieg er die Tribüne und hielt eine prächtige Rede, wie Romauf dem Boden darniederläge und selbst seinen Fall nicht sehenkönnte, weil eS seine zwei Augen, den Papst und den Kaiser,durch die Lasterhaftigkeit seiner Bürger verloren hätte. Dannauf die alte Herrlichkeit des Senats, der dem Kaiserthume erstseine Macht verliehen habe, hinweisend, ließ er jene Inschriftverlesen, übersetzte und erklärte sie nach seiner Weise, wie derKaiser Vespasian dadurch die Gewalt erlangt, Gesetze undBündnisse nach seinem Gutdünken zu machen, den Garten RomS*),d. h. Italien, auszudehnen oder zu beschränken, wie er Leute zudem Range von Königen und Herzogen erheben oder absetzen,die Flüsse verändern und ableiten konnte. „So groß, schloß er,war die Majestät des römischen Volkes, daß es dem Kaiser seineMacht zutheilte; jetzt haben wir daö Alles verloren. Römer, ihrhaltet keinen Frieden, eure Felder werden nicht bebaut, daSJubiläum naht und ihr habt kein Getreide und keine Lebens-rnittel für die Pilger, welche zur Stadt kommen sollen, sie wer-den die Steine vor Hunger nehmen, und die Steine werden einersolchen Menge nicht einmal genügen. Ich bitte euch, haltetFrieden. Ich weiß, viele Leute schmähen mich wegen dessen,was ich thue und sage, und warum? AuS Neid. Ich danke Gott,daß drei Dinge diese Verleumder aufzehren, die Schwelgerei, dieSpielwutb und der Neid." Die Barone RomS störten den Colanicht in seinem Beginnen, welches sie als thöricht verachteten.Ja manche unter ihnen, wie Gianni Colonna, ergötzten sichdaran, luden ihn zu Tische ein, und nöthigten ihn dann, Redenzu halten von dem Zustande der Stadt und von einer guten Re-

*) Statt xomsrinm las er nämlich xomorium in der Stelle: ^nti^ue ei ünssxomerii prolerro xromovers euin ex roxulilies eenssdit esse liesst/'