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mußten sich beide den Friedenskuß geben. Auch in Civilprozessenwurde schnell und nach Billigkeit Recht gesprochen. Um der Ge-rechtigkcit gegen Mächtigere Nachdruck zu geben, dazu dicntevorAllem die Stadtmiliz. So geschützt verfuhr der Tribun gegenalle Uebelthätcr nach der ganzen Strenge deS Gesetzes: Raubund Mord wurden auf der Stelle mit dem Tode bestraft, undauf dem stachen Lande mußte außerdem noch der Baron oder dieGemeinde der Gegend den Schaden ersetzen und Strafgelder we-gen der schlechten Aufsicht zahlen. Geistliche und Adelige warenbis dahin den Gesetzen der Stadt entzogen gewesen, die Bestra-fung von Uebelthätern aus beiden Ständen sollte jetzt die Machtdes Tribunen beweisen. Oft hatte die Handhabung der Gerech-tigkeit etwas Barbarisches; so hatte ein Bote des Tribunen einenanderen ermordet, er ließ den Mörder lebendig in ein tiefes Lochwerfen und den Leichnam des Gemordeten darüber begraben.Solche Maßregeln verbreiteten allgemeinen Schrecken. EineSicherheit, wie man sie nie zuvor gekannt, fing an in Rom undder Umgegend zu herrschen, Räuber und Uebelthätcr stohen mitZurücklassung ihrer Familien und Habe über die Gränze. „DieWälder freuten sich, sagt der gleichzeitige Lebensbcschreiber, daßkeine Räuber mehr in ihnen hauSten, die Stiere konnten denAcker pflügen, die Pilger fingen wieder an, die Heiligthümcr zubesuchen und die Kaufleute zogen ihres Weges mit ihrer Ladung,sie ließen ihre Waaren bei Nacht auf der Straße und fanden siewohlbehalten und unberührt wieder, Furcht und Zittern befiel dieTyrannen, und die braven Leute freuten sich, daß sie aus derSklaverei befreit waren." Alle gleichzeitigen Schriftsteller lobenebenfalls die Sicherheit, welche damals in Rom und der Umge-gcnd geherrscht habe. So hatte Cola die ireue Verfassung auchim Inneren befestigt; nicht weniger günstig waren im Anfangeauch seine Beziehungen zu dem Papste, zu den übrigen StaatenItaliens und, nach der universalen Bedeutung RomS, zu derganzen christlichen Welt. Sobald die Umwälzung vollbracht war,hatten Cola und der Bischof von Orvieto sammt dem römischenVolke eine Gesandtschaft an Clemens Vk geschickt, den Ver-lauf der Begebenheiten dargestellt und ihn als Oberherrn um Be-stätigung der neuen Verfassung gebeten. Der Papst führte nunzwar Beschwerde darüber, daß die Römer eine solche Verände-rung vorgenommen hätten, ohne ihn zu befragen, dem sie dochbei seiner Erhebung auf den apostolischen Stuhl die höchste Ge-