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ein großer Theil des Abendlandes von der Erhebung deS Tribunenmächtig ergriffen. ES war einerseits die zauberische Gewalt desNamenS der Stadt Rom, die selbst in ihrer Erniedrigung alsStammmutter oder als ehemalige Herrin der Welt verehrt wurde,anderseits aber auch das allgemeine Unglück der Zeit, welches be-wirkte, daß man sich Jeglichem zuwandte, was irgend Rettungund Hülfe zu versprechen schien. Alle Orte Italiens ohne AuS-nähme waren durch Fehden in ihren Mauern oder mit ihrenNachbarn zerrüttet, und nur die jedesmalige größere Gewaltohne alle moralische und selbst ohne nachhaltige physische Kraftherrschte für den Augenblick, konnte nicht einmal für sich selbstden Kampf entscheiden, sondern räumte bald einer anderen denPlatz; in Frankreich herrschte Aufruhr und Krieg mit den Eng-ländern , und in Deutschland stritten der Luxemburger und derBayer um den Kaiserthron. Da mußte ein Mann, welcher, wieer sagte, ohne eigenen Vortheil, blos aus Liebe zum Friedenund zur Gerechtigkeit auftrat, allen Gefahren trotzte, und demeS auch wie durch ein Wunder gelang, Rom, das Allen als Sitzsteter Unruhen bekannt war, zu beruhigen und jene Barone zubezwingen, welche Päpsten und Kaisern widerstanden hatten, alSein wahrer Gottesgesandter erscheinen. ES war einer jenerAugenblicke, wo eine große Idee durch ihre innere Gewalt selbstdie Schlechten und Gleichgültigen zu einer, wenn auch nur flüch-tigen Begeisterung fortreißt. Petrarca*) beschreibt unö denEindruck also: „Wie erhob sich damals plötzlich ganz Italien,welch ein Schrecken deS römischen Namens gelangte bis in dieentlegensten Länder! Ich war damals in Gallien und weiß, wasich gesehen und gehört habe - und was die Worte und Mienenderjenigen, welche für die Obersten **) gehalten wurden, auSspra-chen. Jetzt werden sie es vielleicht leugnen, denn da der Stachelentfernt ist, können sie das sehr leicht thun, damals war aberAlles voll Furcht, so sehr hat Rom auch jetzt noch etwas zu be-deuten." Und dieser allgemeine Eindruck, welchen die ErhebungCola'S auf die Gemüther der Menschen ausübte, läßt unS auchbegreifen, wie Petrarca dieselbe mit hoher Begeisterung begrüßen
s) ^poloxia, oonwn 6aIIi oalnnmiLs, Opp. p. 1181.
**) Naxiini, mit Anspielung auf pontlkex mnximus.